Deckenmalerei

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    Sonderform der Wandmalerei: Decken- oder Gewölbebemalung mit figürlichen und ornamentalen Motiven. Dabei wurde die Decke als raumabschließender Bildträger aufgefasst und im Wesentlichen in einzelne Felder unterteilt, wie z.B. bei der Holzdecke der Michaeliskirche in Hildesheim (um 1200). Die Deckenmalereien wurden zunächst nach denselben Kompositionsprinzipien wie Bilder an der senkrechten Wand angefertigt ("quadro riportato").


    Im Barock dagegen wurde der Raum illusionistisch geöffnet und erweitert. Zwischen diesen Auffassungen ist die berühmte Decke der Sixtinischen Kapelle von Michelangelo (1508-12) angesiedelt: Das Architektursystem mit den Figuren der Sibyllen und Propheten gibt den Rahmen ab und ist illusionistisch gemalt. Die Bilder der Schöpfungsgeschichte sind als selbstständige Bilder in dieses System eingefügt. Sie sind nicht auf den real vorhandenen Raum bezogen und unter anderem auch deshalb einer anders zu interpretierenden Wirklichkeit zugeordnet.

    Der Barock entwickelte von Italien ausgehend die gesamte Decke zu einem einheitlichen Bildfeld, sich in fantastische Landschaften und Architekturen erweiternd oder scheinbar in einen unbegrenzten Himmelsraum öffnend: Ein bedeutendes Beispiel ist das Deckenfresko von Sant'Ignazio in Rom (A. Pozzo). In Vollendung wurde die illusionistische Deckenmalerei in österreichischen und süddeutschen Kirchenbauten des Barock und Rokoko umgesetzt (C.D. Asam, M. Rottmayr). Abweichend vom Staffeleibild, wurden eigene Kompositionsprinzipien festgelegt, z.B. mehrere wechselnde Blickpunkte, die Entwicklung aus dem Bezug auf die Mitte hin und nicht von der Basis her. Die Helligkeit der Farben, die Lichtgestaltung und die Luftperspektive vermitteln einen schwebenden, atmosphärisch wirkenden Eindruck. Bei den Rokokokirchen wurde eine solche überirdische Kuppel mit dem realen Andachtsraum verbunden. Dabei spielten der Stuckdekor und die Stuckplastik eine besondere Rolle, weil diese in aller Regel den Rahmen und Übergang vom Kirchenraum zu den weiten Himmelsphären bildeten. Architektur, Malerei und Stukkatur bildeten ein Gesamtkunstwerk.

    Der Klassizismus entwickelte noch einen eigenen Stil der Deckenmalerei, v.a. im letzten Drittel des 18. Jh.s. So schuf A.R. Mengs mit seinem "Parnass" in der Villa Albani in Rom (1761) ein programmatisch nichtillusionistisches Deckengemälde. Auch in Mitteleuropa gab es Zentren klassizistischer Deckenmalerei, z.B. in Berlin und Wien. Dabei folgte man entweder den Vorstellungen von Mengs oder aber entwertete die allegorischen Themen dekorativ. Im späten 19. Jh. lebte die Deckenmalerei besonders in kirchlichen oder Theatergebäuden weiter, unter anderem unter Einfluss auch modernistischer Strömungen, ohne dass der Tafelbildcharakter oder die illustrative Absicht aufgegeben wurde. Die Innendekoration der Gegenwart verzichtet weitgehend auf Deckenmalerei.


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