Dänemark (Kunst)

    Aus WISSEN-digital.de

    Mit der Gründung und Christianisierung das dänischen Staates im 10./11. Jh. differenzierte sich die dänische Baukunst langsam von der jahrhundertealten germanischen Kunst bzw. der Wikingerkunst.

    Holz war lange das wichtigste Material in der dänischen Baukunst. Das Vielhaus-System dominierte und machte nur langsam viereckigen Hofanlagen (Vierkanthof) Platz. Der früheste (erhaltene) Sakralbau ist ebenfalls aus Holz: die Marienkapelle, eine Stabkirche vom Anfang des 11. Jh.s. in Lund, das bis 1658 unter dänischer Herrschaft war (heute schwedisch).

    Ab ungefähr 1160 lässt sich der unter lombardischem Einfluss aufgenommene Backsteinbau nachweisen, meist unverputzt, bis ins 20. Jh. hinein die wesentliche Bautechnik der dänischen Kunst. Eine eigene Bauplastik entwickelte sich kaum; zum Schmuck der Backsteinbauten dienten meist Flachreliefs. Seit dem 12. Jh. wurde Lund Zentrum der die altgermanischen Traditionen weiterführenden Miniaturmalerei, englischen Vorbildern folgend und ihrerseits die volkstümlich lebendige dänische Wandmalerei beeinflussend.

    Die Miniaturmalerei erlebte im späten Mittelalter ihre Blüte, gefördert durch die Herausbildung der Hanse und die damit verbundene, rasche Entwicklung dänischer Städte. In diesem Zeitraum entstanden zahlreiche große Stadtkirchen, die auch mit Bildwerken ausgestattet wurden, unter anderem von lübischen Künstlern wie C. Berg, H. Brüggemann, B. Notke.

    In der Zeit der "Renaissance Christians IV." (2. Hälfte 16. bis Anfang 17. Jh.), teilweise bis ins 18. Jh. hinein arbeiteten zahlreiche holländische Künstler (z.B. K. van Mander II und III) und Architekten (z.B. Opbergen und Steenwinckel) in Dänemark. Die dänische Kunst blieb immer den verhältnismäßig einfachen, klaren Formen verhaftet, auch als mit dem Absolutismus französische Barock- und Rokoko-Auffassungen eindrangen (Amalienborg von N. Eigtved, Christiansborg von E.D. Hässer).

    Mitte des 18. Jh.s entwickelte sich über den Palladianismus (v.a. brit. Prägung) der Klassizismus, dessen Repräsentanten in der Architektur z.B. C.F. Harsdorff, C.F. und T.E. Hansen waren, in der Plastik B. Thorwaldsen, in der Malerei N.A. Abildgaard, C.V. Eckersberg, J. Juel. 1754 wurde die Kopenhagener Akademie gegründet, die um 1800 auch viele ausländische Künstler anzog (die Deutschen Carstens, C.D. Friedrich, Runge, den Norweger J.C.C. Dahl u.a.).

    Die bekanntesten Bildhauer der heutigen Zeit sind K. Nielsen und G. Eickhoff. Die dänische Grafik bemühte sich stärker um eine Fortsetzung des Realismus (H. Bidstrup, P. Christensen, A. Salto). Der barockisierende dänische Historismus hielt sich, v.a. in Form des Neuklassizismus, besonders zäh, ebenso in den anderen skandinavischen Ländern (neues Rathaus in Kopenhagen, 1892 bis 1905, M. Nyrup).

    Der Wechsel zu neuem Bauen erfolgte etwa 1930. Teilweise wurden in Material und Form nationale Traditionen zu erhalten gesucht (Universität Århus, 1932, Fisker, Möller, Stegmann), teilweise akzeptierte man Konzeptionen von Le Corbusier und deren Fortentwicklung (Rathaus in Rodovre, 1954-56, von A. Jacobsen) und des Bauhauses.

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