Blutrache

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    bei Totschlag oder Kränkung Wiederherstellung des Rechts durch Selbstjustiz, auch durch bzw. an Sippen- oder Familiengenossen. Sie ist vielen Völkern eigentümlich, solange sie noch keine ausreichende staatliche Rechtssatzung besitzen. Bei verschiedenen indogermanischen Völkern (Germanen, Persern) konnte die Blutschuld durch "Wergeld" abgegolten werden. Auch der Islam erlaubt die Lösungssumme. Im antiken Rom galt in der frühen Republik das "ius talionis" (Wiedervergeltung nach strenger Blutrache). Auf Island und in Norwegen gab es noch im 10./11. Jh. so genannte "Blutsbrüderschaften" zu gegenseitigem Schutz und wechselseitiger Rächung im Falle des Totschlags. Ähnliche Verbindungen entstanden im 13./14. Jh. in den Balkanländern und auf Korsika.

    Kalenderblatt - 24. Juli

    1923 Der Friede von Lausanne revidiert den Friedensvertrag von Sèvres (10. August 1920), durch den die Türkei fast alle europäischen Gebiete an Griechenland verloren hatte.
    1929 Japan hinterlegt als letzter Unterzeichnerstaat die Ratifikationsurkunde des Kellogg-Paktes. In ihm wird der Krieg als Mittel zum Lösen internationaler Streitfälle verurteilt und die friedliche Beilegung angestrebt.
    1939 Frankreich, England und Russland unterzeichnen einen Beistandspakt, der aber schon einen Monat später durch den Hitler-Stalin-Pakt jede Wirksamkeit verliert.