Antonio Canova

    Aus WISSEN-digital.de

    italienischer Bildhauer; * 1. November 1757 in Possagno, † 13. Oktober 1822 in Venedig

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    Perseus erschlägt den Kentauren; Skulptur im Foyer des Kunsthistorischen Museums Wien, Antonio Canova

    Vertreter des italienischen Klassizismus. 1768 ging Canova zur Ausbildung nach Venedig, 1779 nach Rom. Seine Kunst bezeichnet den Übergang vom späten Barock zum Klassizismus des 18. Jh.s. in Italien. Durch ihn erhielt das Programm des Klassizismus die erneute Hinwendung zur antiken Kunst, eine Gestaltung, die lange Zeit vorbildlich blieb und der italienischen Kunst europäische Geltung verschaffte.

    Sein Grabmal des Papstes Klemens XIV. (1783-87; Rom, Santi Apostoli) hatte Epoche machende Bedeutung und zeigt exemplarisch die Abkehr von der barocken Auffassung. Canova verband in seinem Schaffen als Bildhauer die theatralischen Elemente des Barock mit dem heroischen Anspruch des nachrevolutionären Empire. In der Folge entstanden weitere Grabmäler, Gruppen und Einzelstatuen antiker Götter, meist in Marmor sowie zahlreiche Reliefs. In napoleonischer Zeit schuf Canova Idealbildnisse Napoleons und seiner Familie. Am bekanntesten ist die Darstellung der Paolina Bonaparte, die sich auf eigenen Wunsch fast hüllenlos als "Venus victrix" in Marmor meißeln ließ.

    Bei der Gruppe "Amor und Psyche" sind die Körper und Arme zu einer im Kuss sich ausdrückenden Gefühlskundgebung verschlungen und mit solcher Sorgfalt zur kunstvollen Pose geformt, dass das weltvergessene Gefühl als theatralische Darbietung in Erscheinung tritt. Von tiefer Empfindungskraft zeugt auch das Grabmal der Erzherzogin Maria Christina in der Augustinerkirche in Wien.

    Canova war unermüdlich tätig, seine Schöpfungen gingen in fast alle Hauptstädte der Welt. Zahlreiche Schüler führten seinen Stil fort.

    Hauptwerke: Grabmal Klemens' XIII. (1787-92, Rom, St. Peter); "Hebe" (1796, Berlin, Staatliche Museen); Grabmal Maria Christines (1798-1805, Wien, Augustinerkirche); Grabmal Volpatos (1807, Rom, SS. Apostoli); "Amor und Psyche" (Paris, Louvre); "Napoleon" (Mailand, Brera); "Pauline Borghese" (Rom, Galleria Borghese); "Perseus" (Rom, Vatikan); Kolossalgruppe des "Rasenden Herkules" (vollendet 1814, Rom, Palazzo Corsini); "Die drei Grazien" (um 1816, St. Petersburg, Eremitage); "Venus" (Florenz, Palazzo Pitti).

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