Antoine Perenot de Granvelle

    Aus WISSEN-digital.de

    spanischer Politiker; * 20. August 1517 in Besançon, † 21. September 1586 in Madrid

    auch: Antoine Perenot de Granvella;

    In seinem 23. Lebensjahr zum Bischof von Arras ernannt, wohnte Granvelle den Reichstagen zu Worms und Regensburg bei und diente 1545 bis 1550 bei vielen Gelegenheiten Kaiser Karl V. als Unterhändler unter der Leitung seines Vaters. Er erwarb sich dabei geschäftliche Gewandtheit und Kenntnis der europäischen Politik. Granvelle führte die Verhandlungen zwischen Spanien und Frankreich, die 1559 zum Frieden von Cateau-Cambresis führten. In demselben Jahr trat er der Statthalterin der Niederlande, Margarete von Parma, als Minister zur Seite, wurde 1560 von König Philipp II. zum Erzbischof von Mecheln und 1561 von Papst Pius IV. zum Kardinal ernannt.

    Die steigende Opposition der Niederländer gegen ihn und eine persönliche Verstimmung der Statthalterin Margarete bewogen den König, Granvelle 1564 aus den Niederlanden abzuberufen. Er ging nach Besançon, lebte hier seinen Studien und verkehrte mit Gelehrten und Künstlern. Ende 1565 schickte ihn Philipp nach Rom, um in der unmittelbaren Umgebung des Papstes die Interessen Spaniens zu vertreten. Von Rom ging Granvelle 1571-1575 als Vizekönig nach Neapel und wurde endlich 1579 mit dem Titel eines Präsidenten des höchsten Rats von Italien nach Madrid in den Staatsrat berufen. Er verhandelte über die Vereinigung Portugals mit Spanien (1580) und brachte im Jahr 1584 die Verbindung der Infantin Katharina mit dem Herzog von Savoyen zustande. 1584 wurde Granvelle Erzbischof von Besançon.


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