Anatomie

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    (griechisch "Zergliederung durch Aufschneiden")

    Datei:Med 3B-Scientific-Skelett-vorne.jpg
    Das menschliche Skelett von vorne

    Die Anatomie ist die Lehre vom Bau der Körperteile. Sie ist die Grundlage der medizinischen Forschung und der Biologie.

    Einteilung

    Die systematische Anatomie ist die Lehre von Bau, Funktion und Entwicklung zusammengehörender Körperteile (Knochen, Muskeln, Bänder, Gefäße, Nerven, Eingeweide).

    Die topografische Anatomie untersucht die Körperteile nach Lage und Zusammenhang.

    Die vergleichende Anatomie gibt Einblick in die körperlichen Gemeinsamkeiten in der belebten Welt.

    Geschichte

    Antike

    Die anatomischen Kenntnisse aus den Anfängen der griechischen Medizin beruhten auf Zufallsbeobachtungen am menschlichen Körper und der Sektion von Tierkörpern (bevorzugt Affen und Schweine). Selbst die bedeutendsten Ärzte der Antike (Alkmaion, Hippokrates) wussten über den Bau des menschlichen Körpers nur, was sie durch Zergliederungen von Tieren herausfanden oder bei der zufälligen Freilegung innerer Organe bei Unfällen beobachten konnten. Lediglich in der Ersten Hälfte des 3. Jh.s v.Chr. war es den an der Alexandrinischen Schule tätigen Ärzten Herophilos von Chalkedon und Erasistratos von Keo möglich, menschliche Leichen zu sezieren und den Bau und die Lage der inneren Organe am Menschen selbst zu studieren. Die von den hellenistischen Ärzten inaugurierten anatomischen Studien wurden in der Folgezeit zwar fortgesetzt und führten, wie das Beispiel Galens zeigt, auch zu einer Reihe neuer Erkenntnisse; durch die Rückkehr zur Zergliederung von Tieren wurden jedoch die korrekten Ergebnisse der Sektionen am Menschen von den an den Tieren erhobenen Befunden zum Teil wieder verdrängt oder zumindest überlagert.

    Mittelalter

    Im Mittelalter wurde Leichenöffnung als Frevel am menschlichen Körper betrachtet und war deshalb sowohl bei den Arabern als auch im christlichen Abendland (Verbot durch das Konzil von Tours 1163) verboten. Dennoch bezeugen der aus dem 12. Jh. stammende "Salernitanische Traktat" über die Anatomie des Schweins und die 1316 publizierte "Anathomia" des Bologneser Professors Mondino, der nach eigener Aussage zwei weibliche Leichen seziert hat, ein wieder erwachendes Interesse an der Anatomie.

    Neuzeit

    Aber erst die anatomischen Forschungen des Andreas Vesalius, der an Hand von Sektionen menschlicher Leichen die durch Tiersektionen bedingten Fehler in der Anatomie Galens korrigieren konnte, leiteten die Wende ein. Mit seiner Schrift "Über den Bau des menschlichen Körpers" (1543) wurde er zum Begründer der modernen Anatomie.

    Um 1600 eröffnete die Erfindung des Mikroskops dem Fach völlig neue Dimensionen. A. van Leeuwenhoek baute Mikroskope, mit denen er bei 270-facher Vergrößerung Mikroorganismen beobachtete und beschrieb.

    Heute

    Die ständige Steigerung der Leistungsfähigkeit der Mikroskope, die bis heute anhält, hatte eine Fülle von Entdeckungen anatomischer Gebilde und Strukturen zur Folge, die wesentlich zum Fortschritt sowohl in der medizinischen Forschung wie in der ärztlichen Praxis beigetragen haben und auch weiterhin beitragen.

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