Luise Rainer

    Aus WISSEN-digital.de

    deutsch-amerikanische Schauspielerin; * 12. Januar 1910 in Düsseldorf, † 30. Dezember 2014 in London

    Die Tochter von Heinrich und Emilie Rainer erblickte in Düsseldorf das Licht der Welt und erhielt ihre Theaterausbildung in Wien. Ihren ersten Bühnenauftritt hatte sie 1928 im Dumont Theater in Düsseldorf. Danach spielte sie in verschiedenen anderen Theatern, unter anderem in Stücken wie George Bernard Shaws "Saint Joan" und Shakespeares "Maß für Maß" ("Measure For Measure"). Man sah sie vor allem an den Theatern Max Reinhardts in Berlin und Wien.

    Außerdem wirkte sie in mehreren deutschsprachigen Filmen mit, bevor sie 1935 von der amerikanischen Produktionsgesellschaft Metro-Goldwyn-Mayer entdeckt wurde: Sie sollte eine neue Greta Garbo werden. Die Schauspielerin ging nach Hollywood und hatte ihren ersten Filmauftritt noch im selben Jahr zusammen mit William Powell in "Escapade" (1935). Ihre nächsten beiden Filme verschafften ihr zwei Oscars (Kategorie Beste Hauptdarstellerin) hintereinander: Den ersten erhielt sie für ihre Darstellung der betrogenen Ehefrau Anna Held in "Der große Ziegfeld" ("The Great Ziegfeld", 1936), den zweiten für ihre Rolle als aufopferungsvolle chinesische Bäuerin in "Die gute Erde" ("The Good Earth", 1937). Doch Rainer zeigte sich alles andere als begeistert über die Ehrungen: Die beiden Oscars seien das "allerschlechteste", was ihr in ihrer Karriere passieren konnte, sagte sie einige Zeit später.

    Von nun an ging es nämlich bergab für die Schauspielerin: Ihre Filme wurden vom Publikum nicht mehr angenommen, da ihre Rollen keine Überraschungen mehr boten - meist setzte man sie als leidende Ehefrau ein. Zudem soll die Zusammenarbeit mit ihr nicht einfach gewesen sein, sie galt als schwierig und launenhaft. Auch ihre Ehe mit dem kommunistischen Drehbuchautor Clifford Odets brachte ihr wenig Sympathien ein. Sie wandte sich zusehends von Hollywood ab, wo man nach ihrer Aussage "keine intellektuellen Gespräche" führen konnte, ging nach New York und ließ sich 1940 von ihrem Mann scheiden.

    Ihren ersten Bühnenauftritt in England, wo sie nun trotz amerikanischer Staatsbürgerschaft überwiegend lebte, hatte sie 1939 im Palace Theatre in Manchester; in London trat sie im selben Jahr erstmals am Shaftesbury Theatre auf. Nach ihrer Rückkehr nach Amerika sah man sie 1942 im New Yorker Music Box Theatre als Miss Things in James M. Barries "A Kiss for Cinderella". Sie drehte noch einen Hollywoodfilm, "Hostages" (1943), und verließ Hollywood nach ihrer Hochzeit mit dem Verleger Robert Knittel endgültig. Mit ihm hatte sie eine Tochter, Francesca Knittel.

    1984 sah man sie nach längerer Pause in einer Episode der Fernsehserie "Love Boat". Danach kehrte sie nur für wenige Gastauftritte auf die Leinwand zurück. 1997 war sie noch einmal als Großmutter in "Dunkle Tage in St. Petersburg" nach dem Roman "Der Spieler" von Fjodor Dostojewski zu sehen.

    Filme (Auswahl)

    1935 - Seitensprung (Escapade)

    1936 - Der große Ziegfeld (The Great Ziegfeld)

    1937 - Die gute Erde (The Good Earth)

    1938 - Der große Walzer (The Great Waltz)

    1997 - Dunkle Tage in St. Petersburg (The Gambler)

    KALENDERBLATT - 26. Januar

    1790 Uraufführung der Oper "Cosi fan tutte" von Wolfgang Amadeus Mozart.
    1911 Uraufführung der musikalischen Komödie "Der Rosenkavalier" von Richard Strauss.
    1991 Somalische Rebellen stürzen den Diktator Mohammed Zijiad Barre. Der blutige Bürgerkrieg im Anschluss fordert Tausende von Opfern.



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