550. Todestag von Karl VII.

    Aus WISSEN-digital.de

    Heute vor 550 Jahren, am 22. Juli 1461, starb Karl VII., König von Frankreich. Im Gedächtnis geblieben ist er der Nachwelt vor allem durch die Beendigung des Hundertjährigen Krieges im Jahr 1453, die unter anderem Schiller in seinem Drama "Die Jungfrau von Orleans" literarisch verarbeitete.

    Als Hundertjähriger Krieg wird die Auseinandersetzung von 1337 bis 1453 zwischen Frankreich und England und der sich daran anschließende innerfranzösische Bürgerkrieg bezeichnet. Ausgangspunkt waren konkurrierende Herrschaftsansprüche, nachdem bereits 300 Jahre zuvor französische Adlige Großbritannien erobert und sich dort zu Königen innerhalb ihres Machtbereiches ausgerufen hatten. Damit waren sie formal dem französischen König gleichgestellt, in ihrer Rolle als Aristokraten Frankreichs wiederum waren sie seine Untertanen. Diese Konfliktlinie spitzte sich über Jahrhunderte hinweg zu, bis 1373 die heute als Hundertjähriger Krieg bezeichnete Auseinandersetzung ausbrach. Überlagert wurde der Krieg zwischen Frankreich und England zudem von einem innerfranzösischen Konflikt um Macht und Einfluss.

    Die Herrschaft Karl VII. fällt in die Wirren der heute so genannten "Dritten Phase" des Hundertjährigen Krieges. Eine Schlüsselrolle kommt dabei der Belagerung von Orléans durch die Engländer ab dem Jahre 1428 zu. Zuvor wurde Karl VII. zunehmend in die Enge gedrängt und konnte sich mit seinem dezimierten Heer schließlich nur noch in Orleans den Engländern entgegenstellen. Zu Hilfe kam ihm dabei Johanna von Orléans, später als Jeanne d'Arc berühmt geworden, die seiner Armee mit ihren religiösen Visionen neue Hoffnung und Zuversicht gab. Karl VII. konnte sich tatsächlich von seiner Belagerung befreien und die Engländer immer weiter zurückschlagen, wodurch er seinen Beinamen "Der Siegreiche“ erhielt.

    Erst durch diesen Erfolg wurde 1429 seine Krönung zum König von Frankreich möglich. Derart in seinem Machtanspruch legitimiert konnte Karl VII. Papst Eugen IV. um Vermittlung anrufen und sich die Unterstützung derjenigen französischen Gebiete sichern, die bisher den englischen Adligen folgten. Nachdem die Engländer auf diese Weise in ihrer Machtbasis auf dem europäischen Kontinent beschnitten wurden, konnten sie schließlich vollständig aus Frankreich vertrieben werden und der Hundertjährige Krieg kam 1453 zu einem Ende.

    Inspiriert von diesem höchst dramatischen Stoff schrieb Schiller 1801 seine "Jungfrau von Orléans", die fortan das Bild Karls VII. in den deutschen Köpfen prägen sollte: Das Drama stellt ihn als weichherzigen, schöngeistigen und kriegsscheuen König vor - als vorbildlichen Regenten für Friedenszeiten, aber unbrauchbaren Kriegsherrn, der den Sieg allein der kämpferischen Jungfrau verdankte. Inwiefern Schillers Figur dem historischen Karl VII. allerdings gerecht wird, wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben.

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