Übergewicht: ein verbreitetes Phänomen in Deutschland

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    Die westlichen Industrienationen leiden unter Fettleibigkeit. Lange galten die USA als absoluter Spitzenreiter, was Adipositas, Diabetes und andere Erkrankungen betrifft. Doch die Bundesrepublik hat in der Zwischenzeit aufgeholt. Dieser Artikel verrät, wie verbreitet das Phänomen ist und was Verbraucher gegen Mehrgewicht unternehmen können.

    Verbreitung von Übergewicht und Unzufriedenheit mit dem Körper

    Aktuelle Erhebungen schätzen, dass mehr als 50 % der Deutschen zu viel wiegen. Damit bewegt sich die Republik in bester Gesellschaft, denn andere EU-Staaten sind gleichermaßen betroffen. Neben gesundheitlichen Faktoren hat Körperfülle starke Auswirkungen auf das psychische Wohlbefinden. Eine aktuelle Abnehm-Studie von ZAVA verdeutlicht, wie verbreitet Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper ist. Deutlich mehr als die Hälfte der 500 Befragten aus Deutschland ist unglücklich und strebt eine Gewichtsreduktion ab. Interessanterweise betrifft das Phänomen sowohl Männer als auch Frauen.

    Entgegen dem Klischee sorgen sich männliche Befragte exorbitant um ihr Aussehen und ihre Gesundheit. Zugleich ist das Interesse an Abnehmprogrammen und auch Medikamenten ungebrochen hoch. Fast zwei Drittel wären zu einer Einnahme von unterstützender Arznei bereit. Dabei steht das schnelle und aufwandsarme Abspecken im Fokus. Trotz dieses Wunsches raten Experten eher zu einer langsamen und therapeutisch begleiteten Diät.

    Wie Apps und Co. beim Abnehmen unterstützen

    Damit die Pfunde purzeln, setzen zahllose Verbraucher auf die Unterstützung digitaler Anwendungen. Vom Punktezählen über Tracking bis zu Apps versprechen sie den Abnehmwilligen schnelle Hilfe bei ihrem Unternehmen. Zumeist kostenpflichtige Apps zum Kalorienzählen erlauben die penible Auswertung der täglich aufgenommenen Energie. In den hinterlegten Datenbanken werden die durchschnittlichen Werte der Lebensmittel sowie ihr Nährstoffgehalt aufgelistet. Um langfristig abzunehmen, sollte die tägliche Nahrungsaufnahme den Grundbedarf decken, aber unter dem Leistungsumsatz liegen. Kurze Spaziergänge an der frischen Luft oder Sport nach Feierabend fördern dieses Ziel.

    Manche Unternehmen locken zudem mit Gewinnspielen oder Boni an leistungsstarke Nutzer. Andere Apps wiederum fokussieren sich weniger auf Ernährung, sondern laden zu Sport ein. Beispielsweise sind unterschiedlichste Yoga-Anwendungen verfügbar, die die Grundlagen des indischen Volkssports vermitteln und Videoanleitungen der beliebtesten Übungen anbieten.

    Haustiere nehmen mit ihren Besitzern zu

    Nicht nur Menschen sind von Adipositas betroffen. Haustiere nehmen tendenziell zu, wenn wir es tun. Hunde und Katzen einiger Besitzer bringen deutlich mehr auf die Waage, als gesund ist. Psychologen vermuten mehrere Ursachen. Zum einen könnte es eine Art Übertragungseffekt geben, ähnlich dem Placebo. Menschen mit einer hochkalorischen Ernährung geben ihrem Haustier mehr zu fressen, weil sie den Kalorienbedarf ihres Schützlings falsch einschätzen.

    Zum anderen trägt Bewegungsmangel bei Hunden zur Entwicklung von Fettleibigkeit bei. Im Alltag fehlt schlicht die Zeit für Auslauf oder es mangelt an Möglichkeiten in der näheren Umgebung. In der Folge entwickeln einige Tiere Krankheiten, müssen täglich Medikamente einnehmen oder sich Operationen unterziehen lassen. Halter sollten für das Risiko sensibilisiert werden und artgerecht füttern.

    Ausdauer ist gefragt

    Ob Mensch oder Tier, beim Abnehmen führt Zwang zum Gegenteil des gewünschten Effekts. Wer nicht weiterweiß, sollte von Anfang an auf professionelle Hilfe setzen und sich über kleine Etappensiege freuen. Sie machen das Ziel greifbarer und steigern die Motivation.

    Kalenderblatt - 19. Juli

    1870 Frankreich erklärt Deutschland den Krieg.
    1908 Der englische Oberst Burnley-Campbell reist einmal um die Welt in vierzig Tagen.
    1937 In München wird die Ausstellung Entartete Kunst eröffnet, in der die Werke missliebiger Künstler exemplarisch dargeboten werden, um sie in die Nähe von Geisteskrankheit und "Abartigkeit" zu setzen.