Ölmalerei

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    Maltechnik, bei der die Farbpigmente mit Öl (meist Leinöl) als Bindemittel verarbeitet werden. Als Malgrund eignet sich Holz, Leinwand, Metall oder Pappe.

    Ölmalerei zeichnet sich - im Gegensatz zur Temperamalerei - durch leuchtende Farben aus, benötigt allerdings eine lange Trocknungszeit.

    Man unterscheidet verschiedene Arten zu malen: Der Farbauftrag erfolgt entweder lasierend, wobei mehrere durchscheinende Farbschichten übereinander gelegt werden, oder deckend. Die Ölfarbe kann dabei so dick aufgetragen werden, dass reliefartige Effekte erzielt werden (Impasto).

    Das fertige Gemälde wird zum Schutz mit einem Luft abschließenden, durchsichtigen Firnis (Lösung von Weichharzen wie Dammar, Mastix oder dergleichen in rektifiziertem Terpentinöl) überzogen.

    Infolge von Alterungsprozessen überziehen sich viele Ölgemälde mit einem dichten Netz von Rissen (Krakelüre).

    Geschichte

    Seit dem 13. Jh. entwickelte sich die künstlerische Vorstellung nach malerisch-illusionistischen Wirkungen und parallel dazu die Ölmalerei. Vorstufen waren verschiedene Mischtechniken. Über Gemälde in Temperamalerei legten die Brüder van Eyck Öllasuren (aus Harz- und Leinölen). Noch Tizian spricht von 30-40 Lasuren (mit Mohnöl).

    Antonello da Messina lernte die neue Maltechnik bei einem Aufenthalt in den Niederlanden kennen und vermittelte sie dann den italienischen Künstlern (1460-70).

    Versuche Leonardo da Vincis, sein berühmtes Wandgemälde "Das Letzte Abendmahl" in S. Maria della Grazie in Mailand mit Öltempera auszuführen, schlugen fehl - heute sind nur noch Reste vorhanden.

    Die Holztafel als Malgrund wurde schließlich durch die Leinwand ersetzt. Im 17. Jh. verdrängte dann die Ölmalerei die Temperamalerei fast vollständig. Der gemischte Farbton der Ölmalerei ermöglichte Kolorit und Modellierung in einem Arbeitsgang. Dadurch gewann auch die individuelle "Handschrift" des Pinselstriches an Bedeutung.

    Seit der Herstellung künstlicher Pigmente im 19. Jh. wurden die Farben noch brillanter, die Abfüllung fertiger Ölfarbe in Tuben erleichterte das Malen im Freien, wie es die Impressionisten praktizierten.

    Bis in die heutige Zeit ist die Ölmalerei gebräuchlich, wenn auch viele zeitgenössische Maler inzwischen Acrylfarben benutzen.


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