Literarische Gattungen
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Der Begriff der literarischen Gattung bezeichnet ein Ordnungssystem der Literaturwissenschaft. Unter einer Gattung werden verschiedene Texte zusammengefasst, die bestimmte gemeinsame Merkmale aufweisen. Diese Merkmale können sowohl formaler als auch inhaltlicher Art sein. Die für die Zugehörigkeit einer Gattung entscheidenden Kriterien werden von der Literaturwissenschaft festgelegt. Für die meisten Gattungen sind die Zugehörigkeitskriterien in der Forschung umstritten, oft konkurrieren verschiedene Gattungsdefinitionen miteinander. Es ist möglich, dass ein Text Merkmale von verschiedenen Gattungen aufweist. Seit der Antike wird eine Einteilung in die drei Hauptgattungen Epik, Lyrik und Drama verwendet. Diese Einteilung ist bis heute relativ unumstritten. Jede dieser Hauptgattungen hat eine Reihe von Untergattungen: EpikUnter dem Begriff der Epik fasst man alle erzählenden Texte zusammen, wie z.B. das Märchen, die Sage, den Roman, das Epos, die Novelle, die Kurzgeschichte, die Fabel, die Ballade und die Anekdote. Wichtigstes Kennzeichen der Epik ist die narrative (erzählerische) Struktur. Das bedeutet, dass in epischen Texten Vorgänge und Handlungsverläufe von einer Erzählinstanz gestaltet werden. (mehr...) DramatikDie Gattung der Dramatik umfasst alle szenischen Texte, welche meist die Grundlage von auf der Bühne aufgeführten Theaterstücken bilden. Die Hauptformen der Dramatik stellen die Tragödie und die Komödie dar. Daneben gibt es auch die Tragikomödie, die Posse, die Farce, das Monodrama und das Volksstück oder das Lehrstück. (mehr...) LyrikDie Gattung der Lyrik umfasst alle Textsorten, die weder der dramatischen, noch der erzählerischen Gattung zugeordnet werden können. Charakterisitka der Lyrik sind Elemente wie Rhythmus, Vers, Reim und Metrum. Zu den lyrischen Gedichtformen zählen die Elegie, die Hymne, die Ode, das Sonett sowie das Kunst- und das Volkslied. (mehr...) GattungszuordnungUm die Kriterien zu gewinnen, die die Zugehörigkeit eines Textes zu einer Gattung kennzeichnen, bildet man gewöhnlich ein Textcorpus. Der Literaturwissenschaftler wählt eine Reihe von Texten aus, die allgemein relativ unbestritten als einer bestimmten Gattung zugehörig angesehen werden. Nun werden die Merkmale ermittelt, die allen diesen Texten gemeinsam sind. Diese Merkmale können als gattungsspezifisch gelten. Sie werden in einem weiteren Schritt an anderen Texten erprobt. Bei diesem Verfahren ist aber immer zu berücksichtigen, dass die Gattungszugehörigkeit letztlich von außen an den Text herangetragen wird (auch wenn manche Autoren ihre Texte explizit einer Gattung zuordnen, etwa wenn Goethe einen seiner Texte "Novelle" nennt). Gattungskriterien können deshalb auch normativ festgelegt werden. Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass sich bestimmte Gattungsmerkmale im Laufe der Literaturgeschichte verändern können. |
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