Zeichnung (Kunst)

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    Eine Zeichnung ist eine künstlerische Darstellung, die hauptsächlich auf Linien beruht und mit freier Hand (Handzeichnung) geschaffen wurde. Eine Zeichnung ist ein Unikat. Sie wird meist auf (z.T. grundiertem) Papier gefertigt (aber auch auf Stein, Elfenbein, Holz, Pergament, Seide u.a.).

    Als Zeichenmittel lassen sich trockene (harte) und flüssige (weiche) Mittel unterscheiden: Bleistift, Grafitstift, Silberstift, Kohle, Kreide, Rötel, Erdpigmente, Pastell, Bister (aus Ruß), Sepia (aus dem Sekret des Tintenfisches), Tinte, Tusche; übertragende Zeichenmittel sind Pinsel und Feder. Die Pinselzeichnung überschreitet nicht selten die Grenze zur Malerei. In der modernen Kunst gelten auch Kugelschreiber, Faserschreiber und Filzstift als Mittel der künstlerischen Zeichnung.

    Die Zeichnung dient als planerische Vorstudie (Skizze, Entwurf) von Kunstwerken wie Gemälde, Skulptur und Architektur; sie war in der traditionellen Kunstausbildung ein Feld für Übungen und Studien. In der modernen Kunst jedoch nimmt die Zeichnung einen eigenständigen Wert an, ist Ausdruck spontaner und verdichteter Darstellung. Sie drückt nicht selten direkter als andere künstlerische Medien die Individualität des Künstlers aus.

    In der Kunstgeschichte gibt es eine lange Tradition zeichnerischen Schaffens; so paläolithische Tierdarstellungen (Felshöhlen), Ritzzeichnungen auf Knochen und Steinen, altgriechische Vasenmalerei, Buchillustrationen in Spätantike und Mittelalter ("Amor und Psyche", 2. Jh.; mittelalterliche Musterzeichnungen von Villard de Honnecourt). In der Frührenaissance wurde die Zeichnung als selbstständiges künstlerisches Medium entwickelt (Pisanello, Leonardo, Raffael, Michelangelo), auch wenn sie überwiegend noch zu Natur- und Perspektivstudien verwandt wurde.

    A. Dürer schuf mit der Druckgrafik zugleich hervorragende Handzeichnungen in Deutschland. Im Barock wandelte sich die Zeichnung durch Verwendung weicher Stifte und breiter Pinsel zu mehr Bildhaftigkeit und Vielseitigkeit. Höchste Virtuosität erreichte Rembrandt mit Silberstift, Kielfeder oder Spitzpinsel und provozierte (unter anderem durch Signierung) den raschen Übergang der Zeichnung zur autonomen Kunstgattung.

    Spätere Kunstepochen kannten viele berühmte Künstler, die sich z.T. als Zeichner empfanden oder die Kunstgattung der Zeichnung weiterentwickelten; darunter: Tiepolo, Goya, Watteau, Delacroix, Daumier und Toulouse-Lautrec.

    Durch Künstler wie van Gogh, Paul Klee u.a. wurde die Zeichnung auch in die zeitgenössische Kunst transformiert und neben die Malerei als eigene Gattung gestellt (weitere Künstler: Picasso, Kirchner, Rodin, H. Moore, J. Beuys u.a.).



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