Wladimir Wladimirowitsch Putin

    Aus WISSEN-digital.de

    russischer Politiker; * 7. Oktober 1952 in Leningrad (heute: Sankt Petersburg)

    Putin im Haus der deutschen Wirtschaft in Berlin 2000

    Putin war von März 2000 bis Mai 2008 als Nachfolger von Boris Jelzin der zweite nachsowjetische Präsident Russlands und steht seit Mai 2008 der russischen Regierung als Ministerpräsident vor.

    Nach einer Karriere im sowjetischen Geheimdienst KGB, für den er unter anderem in Deutschland, Österreich und der Schweiz arbeitete, wurde der Jurist Putin nach Auflösung der Sowjetunion Vorsitzender des Komitees für Auslandsfragen von Sankt Petersburg und stellvertretender Bürgermeister von Sankt Petersburg. Nach einer Tätigkeit in der Kreml-nahen Partei "Unser Haus Russland" war er 1996 "Stellvertretender Leiter der Verwaltung der Angelegenheiten des Präsidenten", ab 1998 dann Chef der KGB-Nachfolgeorganisation FSB. Im August 1999 wurde er von Präsident Jelzin zum Regierungschef ernannt und folgte Jelzin nach dessen Rücktritt im Dezember 1999 als Präsident nach.

    Im Präsidentenamt versuchte Putin regionaler Autonomie und separatistischen Tendenzen, die unter Jelzin entstanden waren, entgegenzuwirken. Des Weiteren bekämpfte er die Vormachtstellung der in den 1990er-Jahren zu großem Einfluss gelangten Oligarchen, die riesige Unternehmensgruppen kontrollierten und große Reichtümer angehäuft hatten. Im Zuge dessen kam es zu zahlreichen Verstaatlichungen von Medienunternehmen, bei dem der staatliche Gaskonzern Gazprom eine Rolle spielte. Putin zeigte eine kompromisslose Haltung im Tschetschenien-Konflikt, der mit Terrorakten von tschetschenischer Seite wie der Geiselnahme von Beslan und der Geiselnahme im Moskauer Dubrowka-Theater einen traurigen Höhepunkt fand. Nach Aussagen von westlichen Menschenrechtsgruppen kam es durch russische Kräfte in Tschetschenien zu Kriegsverbrechen und massiven Menschenrechtsverletzungen.

    Gorbatschow (l.), Schröder (m.) und Putin (r.) beim zweiten "Petersburger Dialog" in Weimar 2002

    Putins zweite Amtszeit begann im März 2004. Seine Wiederwahl war international kritisiert worden, da die größtenteils vom Staat kontrollierten Medien massiv für Putin geworben hatten. Kritisch wurde auch die zunehmende Einschränkung der Pressefreiheit und der politischen Opposition in den Jahren bis 2008 betrachtet. Eine Großdemonstration der Oppositionsbewegung "Das andere Russland" wurde 2007 gewaltsam aufgelöst. US-amerikanische Pläne zur Errichtung eines Raketenschildes in Osteuropa führten zu Spannungen zwischen Russland und den USA.

    Nach Ende seiner zweiten Amtszeit im Mai 2008 wechselte Putin in das Amt des Ministerpräsidenten. Außerdem erhielt er den Vorsitz der Kremlpartei "Einiges Russland". Der ehemalige Gazprom-Chef und spätere Ministerpräsident Dmitri Medwedew folgte Putin im Präsidentenamt nach. Am 4. März 2012 wurde er erneut zum Präsidenten gewählt.



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