Wirtschaft

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    Unter Wirtschaft im weitesten Sinne versteht man alle Prozesse, die den Umgang, also das Haushalten, mit Ressourcen betreffen. Solche Prozesse kommen in den verschiedensten Bereichen vor, so kennt man z.B. Subsistenzwirtschaft, Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft oder auch Weltwirtschaft.

    In der modernen Volkswirtschaftslehre versteht man unter Wirtschaft alle Prozesse, die die Produktion, Distribution und den Konsum von Leistungen zur Deckung der Bedürfnisse von Individuen und Gruppen betreffen. Leistungen sind sowohl Güter als auch Dienstleistungen.

    Wirtschaft basiert auf dem Spannungsfeld zwischen der Menge der zur Verfügung stehenden Ressourcen und dem Bedarf an ihnen sowie auf einer Gesellschaftsform, die Arbeitsteilung kennt. Erst wenn Menschen mehr von einem Gut herstellen, als sie selbst benötigen, dafür aber von anderen Gütern zu wenig haben, wird Tausch möglich. Auf Grund der Begrenztheit von Ressourcen muss der Tausch nach ökonomischen Prinzipien koordiniert werden.

    Wirtschaftssysteme

    Wirtschaft kann in verschiedenen Wirtschaftsordnungen vorkommen, welche die rechtlichen Rahmenbedingungen stellen. Die Regierungen der Staaten koordinieren und sichern die wirtschaftlichen Aktivitäten. Die zwei wichtigsten Wirtschaftssysteme sind die Marktwirtschaft und die Planwirtschaft. In Deutschland existiert eine abgeänderte Form der Marktwirtschaft, bei der in Grenzen ordnungspolitische Eingriffe des Staates in die Wirtschaft möglich sind. Man nennt sie soziale Marktwirtschaft.

    In der freien Marktwirtschaft findet Wirtschaft auf Märkten statt, auf denen Wirtschaftssubjekte in aktivem Wettbewerb ohne staatliche Regulierungsmaßnahmen Leistungen austauschen können. Märkte werden durch Preise gesteuert, die sich aus dem Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage ergeben. Dies nennt man Preismechanismus.

    Gütermärkte und Faktormärkte

    Man unterscheidet Gütermärkte, auf denen die PrivathaushalteKonsumgüter nachfragen und die Unternehmen bzw. Produzenten Anbieter sind, und Faktormärkte, auf denen Unternehmen die zur Leistungserstellung notwendigen Mittel wie z.B. Arbeit nachfragen.

    Im Kapitalismus wird unter der Prämisse des eigenen Vorteils gewirtschaftet. Ziel ist die Nutzen- und Gewinnmaximierung. Nicht jede Wirtschaft ist so aufgebaut; die Planwirtschaft verfolgt z.B. die Versorgung der Bevölkerung als Hauptziel.

    Geschichte

    Die Wirtschaft stellt heute eine der drei Säulen der Gesellschaft (Politik, Kultur, Wirtschaft) dar. Diese von der Politik weitgehend emanzipierte Stellung ist ein Phänomen jüngerer Zeitgeschichte. Wirtschaft als solche ist aber schon aus frühesten Hochkulturen bekannt.

    Frühe Hochkulturen

    Schon im 4. Jahrtausend v.Chr. wurde Fernhandel zwischen Mesopotamien und dem östlichem Mittelmeerraum betrieben. Seit 1200 v.Chr. waren die Phöniker, später die Perser, für ihren regen Handel bekannt. Sie exportierten vor allem Textilien und Glaswaren.

    Römisches Reich

    Durch weitreichende politische Sicherheit, gute Infrastruktur und Normierung von Münzen, Maßen und Gewichten erlangte der Handel im Mittelmeerraum zur Zeit des Römischen Reichs eine neue Blütezeit. Aus dieser Zeit wissen wir von ersten landwirtschaftlichen Großbetrieben, so genannten Latifundien.

    Mittelalter

    Während der Völkerwanderung verlor der weiträumige Ex- und Import zunächst an Bedeutung. Im Mittelalter konzentrierte sich die Wirtschaft auf die Städte; Handwerk und lokales Kaufmannstum dominierte. Um 1100 n.Chr. wurde überregionaler Handel unter der Feudalherrschaft wieder wichtiger, an Nord- und Ostsee entstand die Hanse. Allerdings war die Wirtschaft durch Zünfte und Gilden sehr stark reglementiert.

    15. Jahrhundert: Frühkapitalismus

    Im 15. Jahrhundert entstanden neue Wirtschaftsräume durch die Entdeckung Amerikas und der Seewege nach Indien. Erste Formen des Frühkapitalismus und Unternehmertums bildeten sich heraus.

    Merkantilismus

    Zur Zeit des Absolutismus, nachdem sich feste nationalstaatliche Grenzen gebildet hatten, betrieb man zum ersten Mal eine umfassende Wirtschaftspolitik, die als absolutistischer Merkantilismus bekannt wurde. Hier wurde vor allem das Ziel staatlicher Bereicherung verfolgt, wodurch sich konkurrierende nationalstaatliche Märkte entwickelten.

    Industrielle Revolution

    Die Ablösung des Absolutismus durch die Konstitutionelle Monarchie (siehe Monarchie) und die Herausbildung weitgehend freien Handels verhalf England im 18. Jahrhundert zur kapitalistischen Vormachtstellung in Europa. Ende des 18. Jahrhunderts ging von dort, auch durch Erfindungen wie die der Dampfmaschine, die erste Industrielle Revolution aus. Die Industrialisierung war gekennzeichnet durch neue Kommunikations- und Verkehrswege, maschinelle Massenproduktion und Großunternehmen.

    20. Jahrhundert

    Die immer schneller voranschreitende technische Entwicklung, auch mit zweiter und dritter Industrieller Revolution bezeichnet, setzte in der Mitte des 20. Jh.s die Automatisierung und im letzten Drittel des 20. Jh.s schließlich die Elektronik und die Informationstechnologie durch.

    Globalisierung

    Heute steht die Wirtschaft unter dem Zeichen der Globalisierung. Auflösung nationaler Handelshemmnisse, rasante Wachstumsraten bei Exporten und Importen und zunehmender Einfluss von international agierenden Organisationen wie Welthandelsorganisation, Internationaler Währungsfonds oder Weltbank tragen zum weiteren Ausbau der Weltwirtschaft bei.



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