Wie läuft ein Vaterschaftstest ab?

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    Ein Vaterschaftstest kann einem Mann die Gewissheit bringen, dass er der biologische Vater des Kindes ist. In manchen Situationen besteht nicht die hundertprozentige Sicherheit, ob es sich um das eigene Kind handelt oder nicht. Auch im Falle eines Sorgerechtsstreits ist ein DNA Test von großem Vorteil, vor allem wenn die betreffende Person im Vorfeld klären lassen möchte, ob die Forderungen begründet sind. Die Hälfte des Erbguts stammt von dem Vater, wobei die eigentlichen Gene nur einen kleinen Teil ausmachen. Die eigentliche Erbinformation besteht zu über 98 % aus nicht-codierten Teilen. Der Vaterschaftstest beruht auf den Abschnitten, die sich immer wiederholen und gleich aneinandergereiht sind.

    Vaterschaftstest basiert auf Wiederholungen in der DNA

    Wird ein Vaterschaftstest vorgenommen, kommt es genau auf diese Wiederholungen an, auch Short Tandem Repeat (STR) genannt. Insgesamt bestehen sie aus zwei bis sieben DNA-Buchstaben, die sich sehr oft wiederholen können. Es gibt also unzählige STRs, die sich von Mensch zu Mensch individuell zusammensetzen. Sie sind so einzigartig, dass sie als genetischer Fingerabdruck bezeichnet werden können. Bei einem Vaterschaftstest werden beiden Personen DNA-Proben entnommen, besser ist es jedoch, wenn auch Proben von der Mutter des Kindes geprüft werden.

    Da jeder Mensch zwei Elternteile hat, müssen generell 50 % der Allele mit denen der Mutter und, bei einer bestehenden Vaterschaft, die anderen 50 % der Allele mit denen des getesteten Vaters übereinstimmen. In diesem Fall können Vaterschaftstests die Vaterschaft bestätigen und der Vaterschaftsnachweis ist erbracht. Die Analyse und anschließende Auswertung des Tests gibt allerdings nur Auskunft darüber, ob eine Vaterschaft ausgeschlossen werden kann, oder wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass es sich bei dem getesteten Mann um den biologischen Vater des Kindes handelt.

    Unterschiede im Genmaterial bei eineiigen Zwillingen

    Lange ist man davon ausgegangen, dass das Erbgut von eineiigen Zwillingen identisch ist, es also schwer möglich ist den Vater festzustellen, wenn der Vater einen eineiigen Zwillingsbruder hat. Erst im Jahr 2013 haben Forscher herausgefunden, dass es auch bei eineiigen Zwillingen genetische Unterschiede im Erbgut gibt. Mit einer sogenannten Bioinformatik-Analyse konnten Mutationen im Erbgut analysiert und identifiziert werden. Diese Mutationen werden vom Vater an das Kind vererbt. Somit konnte auch bei eineiigen Zwillingen der Vater des Kindes eindeutig festgestellt werden.

    Welche rechtlichen Regelungen gelten für einen Vaterschaftstest?

    Für die Anerkennung eines Vaterschaftstests gelten bestimmte rechtliche Regelungen. Auf der Grundlage des Gendiagnostikgesetzes ist es vorgeschrieben, dass die Probeentnahme durch eine sachkundige, neutrale Person erfolgen muss. Das können Mitarbeiter von Jugendämtern, Gesundheitsämtern oder auch ein Arzt jeder Fachrichtung sein. Vor der Probeentnahme müssen zusätzlich einige Kriterien erfüllt werden. So sind aktuelle Ausweisdokumente der zu untersuchenden Person vorzulegen, sowie die Geburtsurkunde des Kindes. Zusätzlich werden Fotos von den betroffenen Personen gemacht. Anschließend wird alles an das Labor ausgehändigt, dass die Untersuchung vornimmt. Die Analyse kann dann erfolgen, sobald die Beteiligten eine Einverständniserklärung unterschrieben haben.



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