Wassily Kandinsky
Aus WISSEN-digital.de
russischer Maler; * 4. Dezember 1866 in Moskau, † 13. Dezember 1944 in Neuilly-sur-Seine
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Kurzbiografie
Nach Aufgabe seines Berufs als Jurist kam Kandinsky 1896 nach München. Dort war er zunächst Schüler Stucks. Entscheidend für seine weitere künstlerische Entwicklung war aber die Begegnung mit Jawlensky, Marc, Macke und Klee. Kandinsky wurde zum Mitbegründer des Blauen Reiters. Mit der Malerin Gabriele Münter lebte er bis 1914 in München und Murnau.
Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs kehrte Kandinsky nach Russland zurück, wo er 1918 Professor an den Staatlichen Kunstwerkstätten und 1920 Professor der Universität Moskau wurde. Seit 1922 war er Professor am Bauhaus Weimar und Dessau, ab 1933 hielt er sich in Paris (Neuilly-sur-Seine) auf.
Künstlerische Leistung
Kandinsky gilt als einer der frühesten Vertreter der abstrakten Kunst. Er ging in seiner Kunst anfangs von der russischen Volkskunst aus, ein Beispiel dafür ist das Gemälde "Reitendes Paar" aus dem Jahr 1906/07. 1909 begründete er in seinem kunsttheoretischen Werk: "Über das Geistige in der Kunst" seine Ästhetik der abstrakten Kunst, in der die Malerei durch reine Farbharmonien vom Gegenständlichen befreit, ähnlich wie die Musik, Schwingungen der Seele sichtbar machen soll. Folgerichtig entstand 1910 sein erstes abstraktes Aquarell, das als erstes rein abstraktes Gemälde überhaupt gilt.
Farbe und Fläche wurden in der Folgezeit in Kandinskys Malerei zu eigenständigen Bildelementen. Er entwickelte für seine Werke drei Kategorien: "Impressionen" nannte er unmittelbare Eindrücke nach der äußeren Natur; in "Improvisationen" setzt sich der Künstler mit plötzlich entstandenen inneren Eindrücken auseinander, und "Kompositionen" sind unbewusste, in einem längeren Prozess entstandene innere Ausdrücke.
Kandinsky gilt als der Begründer der "absoluten" Malerei. In Russland und am Bauhaus wandelte sich sein Stil zu einer gewissen Rigorosität durch die Bevorzugung geometrisch festgelegter Elemente. Sein Einfluss auf die moderne Malerei (moderne Kunst) war überaus groß.
Werke (Auswahl)
Schriften
"Über das Geistige in der Kunst" (1912); "Punkt und Linie zur Fläche" (1926); "Regard sur le passé" (1946).
Gemälde
"Die Schleuse" (1901); "Der blaue Reiter" (1903); "Herbst in Bayern" (1908, Paris, Centre Pompidou); "Erstes abstrakte Aquarell" (1910, Paris, Musée d'Art Moderne); "Improvisation VII" (1910, Moskau, Tretjakov-Galerie); "Komposition IV" (1911, Düsseldorf, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen); "Der rote Fleck" (1914, Paris, Centre Pompidou); "Vielfarbiger Kreis" (1921); "Komposition VIII" (1923, New York, Guggenheim-Museum); "Akzent in Rosa" (1926); "Eine Figur zwischen anderen" (1939).
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