Was ist eigentlich Fango?

Aus WISSEN-digital.de

21. November 2011  |  Kommentare: 0

Wer einmal bei einem Physiotherapeuten in Behandlung war, ist sicherlich schon mit Fango in Berührung gekommen. Der dunkle, heiße Schlamm, der in Form von Packungen oder Massagen auf die Haut gebracht wird, hat eine wohltuende Wirkung. Doch was genau verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff Fango?

Ursprung in Italien

Die ursprüngliche Form des Fangos stammt aus Italien, hier insbesondere von den Euganeischen Hügeln. Die Kurorte Abano oder Montegrotto, die in dieser Region liegen, verwenden in ihren Anwendungen den örtlichen Fango. Die Zusammensetzung des Fangos aus Italien nimmt eine besondere Stellung ein, da hier in dem aus Vulkangestein abgebauten Fangoschlamm, Thermalwasser sowie Algen und Mikroorganismen enthalten sind. Nach der Zugabe von Algen und Mikroorganismen muss der Fango mindestens zwei Monate reifen, bevor er seine besondere Wirkung entfalten kann. In anderen Kurorten Italiens wird eigenes Thermalwasser in Verbindung mit meist importiertem Fangoschlamm genutzt.

Deutscher Fango aus der Eifel

Da die Aufbereitung von Fango sehr aufwendig ist, wird sie in vielen Ländern maschinell durchgeführt. Auf den zeitintensiven Reifeprozess wird in der Regel verzichtet. In Deutschland wird das Vulkangestein vor allem in der Eifel und bei Freiburg am Kaiserstuhl abgebaut, erhitzt und anschließend fein gemahlen. Je nachdem, wo es eingesetzt wird, wird es mit verschiedenen Wässern oder Zusätzen angereichert.

Anwendung in der Medizin

Fango kommt vor allem vor Massagen oder vor Übungen zur Verbesserung der Bewegung und Lockerung von Muskeln, Bindegewebe und Sehnen zum Einsatz. So hilft Fango bei Rheuma, Verspannungen, Krämpfen, Entzündungen oder Prellungen. Die Haut profitiert oft von Fango bei Erkrankungen wie Neurodermitis, Schuppenflechte oder entzündlichen Bereichen.

Man kann das Pulver mit zirka 50 Grad heißem Wasser angemischt auf die entsprechende Körperpartie auftragen. Damit die Wärme besser gespeichert und nur langsam abgegeben wird, wird der Patient in Decken gehüllt. Einfacher für den Therapeuten durchzuführen sind Anwendungen mit Fangokompressen, die bereits fertig gemischt sind und lediglich erwärmt werden müssen.

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