Warschauer Aufstand

    Aus WISSEN-digital.de

    1. Erhebung der im Warschauer Getto eingeschlossenen polnischen Juden gegen die deutsche SS vom 19. April bis 16. Mai 1943. Seit Oktober 1940 mussten die in Warschau lebenden Juden im etwa vier Quadratkilometer großen, im Stadtzentrum gelegenen und nach außen abgeriegelten Warschauer Ghetto wohnen. In qualvoller Enge lebten dort etwa 500 000 polnische Juden. Zum Tod durch Krankheiten und Hunger, an denen im Winter 1941/42 etwa 100 000 Menschen starben, kamen ab Sommer 1941 Massenerschießungen durch die SS und ab Sommer 1942 - getarnt als Aussiedlungen - Deportationen in die Vernichtungslager hinzu. Allein im Juli 1942 wurden über 300 000 Bewohner in das Lager Treblinka gebracht.

    Ab Herbst 1942 formierte sich Widerstand in Form der ZOB (Zydowska Organizacja Bojowa, "Jüdische Kampforganisation"). Als SS-Truppen am 19. April 1943 die endgültige Auslöschung des Ghettos durchführen sollten, setzen sich die Mitglieder des ZOB - für die Angreifer überraschend - zur Wehr und die Eingeschlossenen konnten den deutschen Truppen mehrere Wochen bis zum 16. Mai widerstehen. Während des Aufstands kamen über 50 000 Bewohner des Ghettos zu Tode.

    1. Erhebung einer polnischen Untergrundarmee gegen die deutsche Besatzungsmacht in Warschau vom 1. August bis 2. Oktober 1944. Ab August 1944 versuchte die polnische "Heimatarmee" (Armia Krajowa), die Freiheit Warschaus von den deutschen Besatzern zu erkämpfen. Sie wollte die Stadt vor der vorrückenden Rote Armee befreien, eine Verwaltung aufbauen und so verhindern, dass das kommunistische Lubliner Kommitee die Führung übernahm. Unter der Führung von General Bór-Komorowski konnte die Armee zunächst große Teile der Stadt einnehmen. Der Gegenschlag der Deutschen, der schon am 5. August einsetzte, die mangelnde Unterstützung und sogar Behinderung des Aufstands durch die Rote Armee zwangen die Heimatarmee jedoch am 2. Oktober zur Aufgabe. Im Laufe des Aufstands waren über 150 000 Polen getötet worden, etwa 10 000 Mitglieder der Heimatarmee kamen in Gefangenschaft und 80 000 Warschauer wurden in Konzentrationslager oder zur Zwangsarbeit in deutschen Rüstungsbetrieben deportiert. Warschau wurde dem Erdboden gleichgemacht.



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