Wahl ABC: Die verschiedenen Formen der Wahl im Überblick

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    Die US-Präsidentschaftswahl im Jahr 2016 sorgte weltweit für Aufsehen - und das keineswegs nur, weil der Unternehmer Donald Trump zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt wurde. Ein weiterer Grund ist die Tatsache, dass die Mehrheit der US Bürger für Hillary Clinton stimmte. Dass Trump dennoch Präsident wurde, ist dem besonderen Wahlsystem der USA geschuldet.

    Viele Menschen mögen das US Wahlsystem als skurril bezeichnen und meinen zugleich, es gäbe nur eine Alternative. Tatsächlich existieren jedoch weitere Formen der Wahl. Die wichtigsten Formen der Wahl sowie relevante Begriffe werden im nachfolgenden Wahl ABC erläutert.

    Abstimmung

    Ziel einer Abstimmung ist es, per mehrheitlichem Beschluss eine Entscheidung zu treffen. Eine Wahl ist streng genommen nichts anderes als eine spezielle Form der Abstimmung. Ziel einer jeden Wahl ist es nämlich, eine Person für eine bestimmte Aufgabe zu bestimmen. Die Ziele einer Abstimmung können hingegen breiter gefasst sein. So kann eine Abstimmung z.B. dabei dienlich sein, gemeinsam einen Termin festzulegen.

    Direktwahl

    Bei der Direktwahl wird der Kandidat für die Besetzung eines Amtes direkt von den Wahlberechtigten gewählt. Ein gutes Beispiel für solch eine Wahl in Deutschland sind die Bürgermeisterwahlen. Es war in den 1990er Jahren, als die meisten Bundesländer die direkte Wahl des Bürgermeisters einführten. Ziel dieser Maßnahme war es unter anderem, eine stärkere Bürgernähe herzustellen.

    Elektronische Stimmabgabe

    Die elektronische Stimmabgabe verspricht eine schnelle und genaue Auswertung der abgegebenen Stimmen. Dies ist insbesondere bei Wahlen wichtig, bei denen sich die Anzahl der Stimmberechtigen Person jederzeit ändern kann, z.B. bei Hauptversammlungen. Eine weitere Eigenschaft besteht darin, das Risiko einer möglichen Fälschung von Wahlergebnissen zu verringern. Dies ist möglich, indem die Stimmen elektronisch (z.B. über einen Wahlcomputer oder gar über das Internet) erfasst werden.

    Ein ganz entscheidendes Thema in diesem Zusammenhang ist der Einsatz von Wahlcomputern. Anbieter für Abstimmungssysteme wie Votingtech müssen gewährleisten, dass sämtliche Stimmen korrekt erfasst werden. Zudem darf eine Manipulation der Geräte nicht möglich sein, um Wahlbetrug zu verhindern.

    Konklave

    Das Konklave bezeichnet die Wahl des Papstes in der römisch-katholischen Kirche. Die Wahl ist notwendig, wenn der heilige Stuhl im Vatikan neu besetzt werden muss, weil beispielsweise der bisherige Papst verstorben ist. Am Konklave dürfen ausschließlich wahlberechtigte Kardinäle teilnehmen. Die Wahl findet in der Sixtinischen Kapelle statt, in welcher die Wahlberechtigten von der Außenwelt solange abgeschirmt sind, bis ein neuer Papst gewählt wurde.

    Mehrheitswahl

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    Bei der Mehrheitswahl werden mehrere Wahlkandidaten aufgestellt, zwischen denen sich die Wahlberechtigten entscheiden müssen. Wie die abgegebenen Stimmen gewichtet werden, hängt davon ab, ob es sich um eine absolute oder relative Mehrheitswahl handelt.

    Relative Mehrheitswahl

    Der Kandidat mit den meisten Stimmen geht automatisch als Sieger hervor.

    Absolute Mehrheitswahl

    Der Wahlsieger muss mit mehr als der Hälfte der Stimmen gewählt worden sein. Sofern es keinen Wahlsieger gibt, wird erneut gewählt. Je nach Regelung findet der nächste Wahlgang ohne besondere Einschränkungen statt. Ebenso ist es möglich, eine Stichwahl zwischen den stärksten Kandidaten durchzuführen.

    Referendum

    Die Idee des Referendums ist es, eine politische Entscheidung zu treffen, an der alle Wahlberechtigten unmittelbar teilhaben können. Die Wahloptionen werden üblicherweise von der amtierenden Regierung aufbereitet, sodass die Wahlberechtigten z.B. zwischen zwei Optionen wählen können. Allerdings muss dies nicht zwangsläufig so sein, je nach Land können Referenden ganz unterschiedlich gestaltet sein.

    Umgangssprachlich wird das Referendum auch gerne als Volksabstimmung bezeichnet. Nach deutschem Recht ist die Volksabstimmung jedoch eine spezielle Variante des Referendums, sodass der Begriff besser nicht als Synonym verwendet wird.



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