Viola da gamba

    Aus WISSEN-digital.de

    (italienisch "Kniegeige")

    Madame Henriette de France spielt eine Viola da gamba, Ölgemälde von Jean-Marc Nattier (1685-1766)

    Familie von Streichinstrumenten (Chordophone). Weiterentwicklung aus der mittelalterlichen Fiedel. Mit den Knien gehaltenes Streichinstrument mit sechs Saiten in Quart-Terzstimmung. Die Viola da Gamba war in der Renaissance und im Barock das wichtigste Streichinstrument. Es wurde als Diskant-, Alt-, Tenor-, Kleinbass, Großbass- und Subbassgambe gebaut und zum Gambenkonsort zusammengestellt.

    Der Aufbau des Instruments, ähnlich dem der Violinfamilie, verfügt über einige Besonderheiten: Bünde, Fehlen eines Stimmstocks, spitzwinklig zum Hals laufende Korpusschultern, Schalllöcher in C-Form, flacher Instrumentenboden, keine überstehenden Ränder von Boden und Decke, milderer, nasaler Klang.

    Im 18. Jh. wurden die Gamben aufgrund eines sich wandelnden Klangideals und des für größere Räume eher schwachen Klangvolumens allmählich durch Violine und Violoncello verdängt. Von der Bauart ("hängende Schultern") und der Stimmung her betrachtet ist der heute noch im Orchester gebräuchliche Kontrabass ein Gambeninstrument.

    Weitere Gambeninstrumente: Viola bastarda, Baryton, Viola d'amore.

    Zu den wichtigsten Gambenvirtuosen, die für ihr Instrument auch komponierten, gehört Marin Marais (1656-1728). Er gab in fünf Büchern (1686/1701/11/17/25) über 500 Kompositionen heraus. Die Drucke enthalten Suiten und Charakterstücke für eine bis drei Bassgamben mit hohem virtuosem Anspruch (Doppelgriffe usw.).



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