Veit Stoß

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deutscher Bildhauer, Maler und Kupferstecher; * um 1448 in Horb am Neckar, † 22. September 1533 in Nürnberg

Stoß ist der zweite Hauptmeister der Bildschnitzkunst der deutschen Spätgotik neben T. Riemenschneider.

Seine Anfänge liegen völlig im Dunkeln. 1477 wird Stoß erstmals biografisch fassbar, als er einem Ruf nach Krakau folgte, um den Hochaltar der dortigen Marienkirche zu schaffen. Er erhielt darauf weitere bedeutende Aufträge, v.a. für Arbeiten in Stein. 1496 kehrte er nach Nürnberg zurück und wurde dort im selben Jahr betrügerisch um sein Vermögen gebracht. 1503 erhielt er wegen einer Schuldscheinfälschung die entehrende Strafe der Durchstoßung der Wangen mit glühendem Eisen. Wohl wurde er durch Kaiser Maximilian I. rehabilitiert, doch blieb er ein gemiedener Bürger und starb als vereinsamter, verbitterter Mann.

Näheres über die künstlerische Ausbildung von Veit Stoß ist nicht bekannt, anzunehmen ist eine oberrheinische und nürnbergische Schulung unter dem Einfluss Nicolaus Gerhaerts. In seiner Kunst mischen sich leidenschaftlicher Naturalismus des Details mit nahezu barocker Bewegtheit der Gewänder und Umrisse. Stoß war der bedeutendste Vertreter der "barocken" Phase der Gotik; er ist meisterhaft in der Technik des Bildschnitzens, aber auch vertraut mit der Arbeit in Stein, mit der Malerei und dem Kupferstich. Von bedeutendem Einfluss war er insbesondere in Polen und dem gesamten Osten.

Werke (Auswahl)

Frühwerke: Hochaltar der Marienkirche in Krakau (1477-89), der größte geschnitzte Flügelaltar der deutschen Spätgotik; Ölbergrelief (Krakau, Nationalmuseum); Marmorgräber für König Kasimir Jagiello (Krakau, Dom); großes Sandsteinkruzifix in der Marienkirche, Krakau.

Werke der Nürnberger Zeit: Maria vom Hause des Stoß in Nürnberg (um 1499); Apostel Andreas im Ostchor der Sebalduskirche, Nürnberg (um 1505-07); "Englischer Gruß", Nürnberg, Lorenzkirche (1517-19) mit Darstellung der Verkündigung und der 7 Freuden Mariä; Hochaltar der Nürnberger Karmeliterkirche (1520, heute Bamberg, Dom).

Werke als Maler: Tafeln für den Altar Riemenschneiders in Münnerstadt, Pfarrkirche (1504). Die wenigen Kupferstiche stehen meist in engem Zusammenhang mit seinen bildnerischen Arbeiten.


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