Tuvalu

    Aus WISSEN-digital.de


    Geografie

    Tuvalu ist mit einer Landfläche von 26 km² nach dem Vatikan, Monaco und Nauru der viertkleinste Staat der Welt. Die zu den neun Atollen gehörende Meeresfläche beträgt 1,3 Millionen Quadratkilometer. Tuvalu, das auch unter dem Namen Ellice Islands bekannt ist, liegt rund 3 000 km nördöstlich von Australien. Die neun Atolle heißen Nanumea, Niutao, Nanumanga, Nui, Vaitupu, Nukufetau, Funafuti, Nukulaelae und Niulakita, außerdem gehören rund 120 kleine Inseln zu Tuvalu. Die Hauptstadt Vaiaku liegt auf Funafuti.

    Kaum ein Punkt auf einer der Inseln ragt über 2 m über den Meeresspiegel hinaus. Dadurch ist Tuvalu - wie viele andere Inselgruppen im Pazifik - vom Anstieg des Meeresspiegels durch die globale Erderwärmung bedroht.

    Klima

    Auf Tuvalu herrscht tropisch-feuchtes Klima mit ganzjährig hohen Temperaturen (27 °C im Durchschnitt). An mehr als 200 Tagen im Jahr fallen Niederschläge (durchschnittlich 3 000 mm pro Jahr), die regenreichsten Monate sind Oktober bis März. Vor allem in dieser Zeit besteht die Gefahr von tropischen Wirbelstürmen.

    Flora und Fauna

    Die Böden der Atolle sind nährstoffarm, das Regenwasser versickert sofort im porösen Kalkgestein und wird daher in Zisternen gesammelt. Entsprechend spärlich ist die Vegetation: Neben Kokospalmen wachsen auf den Inseln Brotfruchtbäume, Pandanuspalmen, Kasuarinen und eingeführte Kulturpflanzen.

    Ebenso artenarm wie die Pflanzenwelt ist auch die Tierwelt auf den Inseln. Einziges frei lebendes Säugetier ist die polynesische Ratte, sonst leben hier nur domestizierte Tiere (Schweine, Hunde, Katzen). An Reptilien kommen verschiedene Echsenarten vor. Die Unterwasserwelt der Korallenriffe ist dagegen extrem vielfältig und artenreich.

    Bevölkerung

    Auf Tuvalu leben rund 11 500 Einwohner, die zu 91 % Polynesier sind. Die Bevölkerungsdichte ist mit durchschnittlich 442 Einwohnern pro Quadratkilometer hoch, über die Hälfte der Menschen leben auf dem Hauptatoll Funafuti. Rund 2 000 Tuvaluer leben im Ausland (meist in Nauru). Rund 97 % der Bevölkerung sind Protestanten und gehören der Church of Tuvalu an, daneben gibt es kleinere Minderheiten von Katholiken und Anhängern des Bahai-Glaubens. Neben dem Englischen wird Tuvalu gesprochen, beide Sprachen sind Amtssprachen. Minderheiten kommunizieren in samoanisch und Kiribati.

    Für Kinder ab sechs Jahren besteht Schulpflicht, auf jedem der neun Atolle gibt es eine Grundschule. Die Alphabetisierungsquote liegt bei ca. 95 %. Traditionell spielen die Familie und die Dorfgemeinschaft ein große Rolle im sozialen Leben, das Bevölkerungswachstum ist aber mit 1,45 % nicht außergewöhnlich hoch. Die Lebenserwartung auf den Inseln beträgt im Schnitt 68 Jahre.

    Politisches System

    Bis 1978 war Tuvalu gemeinsam mit den Inseln Kiribati (ehemals Gilbert Islands) britische Kolonie. Gemäß der Verfassung von 1978 ist Tuvalu eine konstitutionelle Monarchie, Staatsoberhaupt ist der britische Monarch, der durch einen Generalgouverneuer (seit 2005 General Filoimea Telito) vertreten wird. Die Regierung wird von dem vom Parlament gewählten Premierminister geführt (seit 2006 Apisai Ielemia).

    Die Legislative liegt beim Einkammerparlament (Fale I Fono), dessen 15 Abgeordnete direkt für vier Jahre gewählt werden.

    Tuvalu ist - entsprechend den neun Hauptinseln - in neun Distrikte gegliedert. Jedes Atoll wird von einem so genannten Inselrat verwaltet, der in lokalen Angelegenheiten Entscheidungsbefugnis besitzt.

    Wirtschaft

    Auf Tuvalu gibt es so gut wie keine Bodenschätze, traditionell basiert die Wirtschaft des Landes auf der Kopragewinnung und dem Fischfang. Über das Pro-Kopf-Einkommen der Bevölkerung liegen keine genauen Zahlen vor, Tuvalu gehört aber auf jeden Fall zu den ärmsten Ländern im südpazifischen Raum und steht bei der UN auf der Liste der insgesamt 49 Least Developed Countries (LDCs), der am wenigsten entwickelten Länder weltweit. Etwa 80 % des Staatshaushalts werden durch Entwicklungshilfe finanziert. Eine der wenigen Einkommensquellen ist der Verkauf der Tuvalu-Endung für Internet-Websites, ".tv", an Medienunternehmen der Industrienationen. 2003 betrug das reale Wirtschaftswachstum geschätzte 2 % (keine neueren Angaben).

    Über drei Viertel der Bevölkerung arbeiten in der Landwirtschaft und in der Fischerei, vorwiegend zur Deckung des Eigenbedarfs. Haupterzeugnisse sind Kopra (gewonnen aus der Kokosnuss, auch Exportartikel), Brotfrucht, Sumpftaro und Gemüse. Der Fischfang ist von großer Bedeutung für die Ernährung der Bevölkerung. Die fischreichen Gewässer werden noch kaum ausgenutzt, Fischereirechte werden an ausländische Unternehmen verpachtet.

    Tuvalu exportiert nur Kopra und Fisch bzw. Fischereiprodukte, vor allem nach Deutschland und Polen. Zu den Artikeln, die aus Fidschi, Japan und Australien importiert werden müssen, gehören Nahrungsmittel, Halbfertigprodukte, Maschinen und Brennstoffe. Begehrt bei Sammlern auf der ganzen Welt sind die seltenen Briefmarken von Tuvalu.

    Zu den Devisenquellen der Zukunft könnte der bisher kaum entwickelte Tourismus gehören (der Flughafen auf Funafuti wurde mit EU-Mitteln ausgebaut).

    Hauptwährung ist der Australische Dollar, obwohl es auch einen tuvaluischen Dollar gibt.


    Tuvalu

    Fl tuvalu.jpg Wappen tuvalu.svg
    The Tuvalu Islands
    Amtssprache Tuvaluisch, Englisch
    Hauptstadt Funafuti
    Staatsform Parlamentarische Monarchie
    Fläche 26 km²
    Einwohner 11.500
    Währung Australischer Dollar
    Zeitzone UTC +12
    KFZ-Kennzeichen TUV
    Internet-TLD .tv
    Telefonvorwahl 00688


    Wer hat's gesagt?

    Worte von historischen Ausmaßen sind uns zwar meist zumindest vom Hören-Sagen bekannt - aber kennen Sie den Kontext?
    Jetzt quizzen!


    KALENDERBLATT - 17. Oktober

    1781 Kapitulation der Briten vor nordamerikanischen Truppen bei Yorktown.
    1913 Das deutsche Marineluftschiff L II stürzt bei einem Übungsflug in der Nähe Berlins ab. 28 Insassen kommen ums Leben.
    1945 In Stuttgart wird der "Permanente Rat der deutschen Ministerpräsidenten der amerikanischen Besatzungszone" gegründet.