Tschechische Republik (Literatur)

    Aus WISSEN-digital.de

    Die älteste überlieferte tschechische Literatur stammt aus dem 10. Jh. Dabei handelt es sich überwiegend um kirchenslawische Übersetzungen und lateinische Literatur.

    Seit dem beginnenden 14. Jh. existiert höfische Lyrik in alttschechischer Sprache. Unter Karl IV. erblühte die tschechische Kultur. Dazu trug auch die Gründung der Prager Universität 1348 bei. In diese Zeit fällt die Entwicklung des Prager Dialekts zur Schriftsprache.

    Das 15. und 16. Jh. sind vom Humanismus geprägt (überwiegend neulateinische Dichtung). Die bedeutendste Leistung des 16. Jh.s ist die von der Brüdergemeinde verfasste, zur Grundlage der tschechischen Literatursprache gewordene Kralitzer Bibelübersetzung (1579-1593).

    Im Dreißigjährigen Krieg wurden strenge Maßnahmen gegen die nationaltschechische Literatur ergriffen, so dass viele Schriftsteller und Wissenschaftler ins Ausland flohen (u.a. J.A. Comenius).

    Die nationale Wiedergeburt in der Periode der Aufklärung kann mit dem Beginn der neueren tschechischen Literatur gleichgesetzt werden. Die neutschechische Sprache wurde von J. Dobrovský, dem Begründer der slawischen Philologie und J. Jungmann begründet. V. Klicpera und J.K. Tyl schufen das moderne tschechische Drama.

    Mit Frantisek Celakovsky (1799-1852) schloss sich die tschechische Literatur der Romantik an; die stärksten Talente in dieser Richtung waren Karel Hynek Mácha (1810-1836) und Karel Havlicek (1821-1856).

    Beeinflusst von den französischen Symbolisten formte sich im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts die tschechische Moderne, die vor allem mit F.X. Šalda in Verbindung gebracht wird. In dieser Zeit entstand die Großstadtlyrik J. Horas sowie die sozialen Themen gewidmete Dichtung von O. Brezina, A. Sova und P. Bezruc. Zu nennen sind auch Karel Capek (1890-1938) und Jaroslav Hasek (1883-1923).

    Nach dem kommunistischen Umsturz 1948 stand die Literatur unter dem Diktat des sozialistischem Realismus; tschechische Literatur wurde nach dem Prager Frühling vor allem im Ausland geschrieben. Bekannt wurden in dieser Zeit u.a. Miroslav Holub, Milan Kundera, Pavel Kohout und Václav Havel.

    Seit Ende der 80er Jahre konnte sich die Literatur zunehmend freier entfalten. Mit dem Erneuerungsprozess im Zuge der politischen Umwälzungen 1989/90 stehen Fragen der Veröffentlichung der seit Ende der 60er Jahre verbotenen literarischen Werke sowie die literarische Aufarbeitung und Rückkehr exilierter Autoren im Mittelpunkt des kulturellen Interesses.



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