Terrorismus

    Aus WISSEN-digital.de

    (französisch: le terreur, "der Schrecken")

    Unter Terrorismus versteht man die politisch motivierte Gewaltanwendung durch extremistische Gruppen und Einzelpersonen, die gegen den herrschenden Staatsapparat und seine Repräsentanten gerichtet ist. Ziele des Terrorismus sind die Verunsicherung des Regierungs- oder Polizeiapparates, die Aufkündigung der Loyalität mit der Regierung und den Herrschenden, die Destabilisierung politischer Verhältnisse und die Aufmerksamkeit der (Welt-) Öffentlichkeit.

    Terroristische Aktionen unterscheiden sich vom staatlich ausgeübten oder tolerierten Terror durch die Stellung zur Macht. Die Ursachen des Terrorismus liegen in der jeweiligen politischen und sozialen Situation - in der Unterdrückung politischer, nationaler, religiöser und ethnischer Minderheiten, im Missbrauch von Staatsmacht, in wirtschaftlicher und sozialer Not. Zu dieser sozialen Dimension kommen meist persönliche Beweggründe hinzu. Theoretische Grundlagen des Terrorismus liegen unter anderem im Anarchismus, der jede strukturelle und persönliche Herrschaft über Menschen ablehnt.

    Im 20. Jh. haben sich viele Befreiungsbewegungen im Widerstand gegen Kolonialismus terroristischer Mittel bedient: die nationale Befreiungsbewegungen der Dritten Welt, die ETA (baskische Befreiungsbewegung), die IRA (Irisch-Republikanische Armee), die palästinensische Befreiungsorganisationen (PLO, Hamas), tamilische Untergrundorganisationen in Sri Lanka u.a.

    In der Bundesrepublik Deutschland gibt es seit 1968 politischen Terrorismus. Die Rote Armee Fraktion (RAF) und die "Revolutionären Zellen" begründeten ihre Aktionen zunächst mit sozialrevolutionärem Protest. Zwischen 1972 bis 1977 dienten sie häufig der Freipressung inhaftierter Mitglieder. In den 1980er Jahren wurden Persönlichkeiten aus der Justiz und der Rüstungsindustrie liquidiert. Der Terrorismus war nicht selten Anlass für gesetzliche und polizeiliche Verschärfung staatlicher Repression auf Kosten der Rechtsstaatlichkeit. Seit Anfang der 1980er Jahre treten in der Bundesrepublik Deutschland und in Westeuropa verstärkt rechtsextremistische Terrorgruppen auf.

    Die terroristischen Aktionen beschränkten sich nicht nur auf das eigene Land. Durch Flugzeugentführungen, Geiselnahmen, Attentate und internationale Zusammenarbeit wurde der Terrorismus zu einem internationalen Problem. Eine neue Dimension des Terrorismus wurde am 11. September 2001 erreicht: Bei einer Reihe von koordinierten Terroranschlägen auf die Vereinigten Staaten von Amerika (unter anderem wurde das World Trade Center in New York zerstört) kamen Tausende von Menschen ums Leben. (Siehe auch Al-Kaida)



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