Terrakotta

    Aus WISSEN-digital.de

    (italienisch)

    gebrannte, unglasierte Tonerde, deren Farbe nach dem Brennvorgang weiß, gelb, braun, hell- oder tiefrot wird. Wegen ihrer Wetterbeständigkeit besonders für Bauplastiken geeignet. Der Name wird jedoch nur für Keramik und Plastik des griechisch-römischen, später des italienischen Raums benutzt.

    Seit der geometrischen Epoche war in Griechenland die Tonindustrie weit verbreitet. Sie stellte v.a. Weihgeschenke für Heiligtümer (kleine Tiere, Reiter, später dann menschliche Figuren) her. Als die große Plastik aufkam, wurden in Griechenland und Etrurien die Tempelgiebel oft mit großen Terrakottagruppen und figürlich geformten Stirnziegeln verziert. Eine reichere Entwicklung setzte im 4. Jh. v.Chr. ein, mit Böotien (Tanagra) als wichtigem Zentrum. In Deutschland und Italien kam Terrakotta gegen Ende des 14. Jh.s stark in Gebrauch. Noch bedeutender war die Terrakotta in der italienischen Plastik des 15. Jh.s. Das bedeutendste deutsche Bauwerk dieser Art ist der Fürstenhof in Wismar (1553 bis 1555), dessen Fassade mit prächtigen Pilastern, Relieffriesen und Medaillonköpfen in Terrakotta ausgestattet ist. Der weiche Stil (erstes Drittel des 15. Jh.s) brachte bedeutende Tonbildwerke hervor, z.B. die so genannten Nürnberger Tonapostel (Sitzfiguren, Nürnberg, Germanisches Museum), die Lorscher Kreuztragung und die Beweinung (Limburg, Dommuseum). Noch bedeutender war die Terrakotta in der italienischen Plastik des Quattrocento. Die florentinischen Hauptmeister haben sich alle mehr oder weniger der - häufig bemalten - Terrakotta bedient. Auch als bauplastisches Material kam die Terrakotta in der Renaissance wieder zu Ehren, v.a. in Oberitalien und Norddeutschland.



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