Telefon

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    auch: Fernsprecher, Fernsprechapparat und Fernsprechgerät;

    Endgerät für die Fernübertragung von Sprache und anderen akustischen Informationen durch die Umwandlung elektrischer in akustische Signale. Die Fernübertragung erfolgt dabei mit dem Ziel zwischen zwei oder mehreren vorher bestimmten Partnern mithilfe der Mittel der elektrischen Nachrichtentechnik Informationen auszutauschen.

    Im Telefonhörer sind ein Kohlemikrofon zur Umsetzung der Schallwellen in elektrische Schwingungen und ein Fernhörer für die umgekehrte Funktion vereinigt. Die Wählscheibe oder Wähltastatur dient dazu, den Stromkreis der Anschlussleitung jeweils so oft zu unterbrechen, wie es der gewählten Ziffer entspricht. Heute sind die Wählscheiben meist durch ein Mehrfrequenztastenfeld (Wähltastatur) ersetzt; die Wahl erfolgt nicht mehr durch Impulse (Impulswahlverfahren; IWV), sondern mithilfe verschiedener Frequenzen (Tonwahlverfahren; MFV). Der Fernsprecher besitzt einen Wechselstromwecker, der bei aufgelegtem Hörer durch einen Umschalter mit der Leitung verbunden ist, sowie eine Gabelschaltung zur Trennung von Mikrofon und Fernhörer (Gabelumschalter). Das einstellbare Rufsignal erfolgt bei modernen Telefonen durch den elektronischen Tonruf.

    Die Signalübertragung, die zunächst über oberirdische Leitungen erfolgte, läuft heute meist durch unterirdische Telefonkabel. Seit der Entwicklung leistungsfähiger Verstärker ist auch die Überbrückung langer Distanzen möglich (Überseekabel). Die Kupferkabel werden heute zunehmend durch Lichtwellenleiterkabel ersetzt, bei denen die Übertragung von Lichtsignalen mit hoher Übertragungsgeschwindigkeit und Übertragungsbandbreite möglich ist.

    In der neueren Entwicklung gibt es Wege, die Übertragung nicht mehr durch Leitungen, sondern per Funksignal über Satelliten und Funkstationen auszuführen (Handy, Mobilfunkgerät, Mobiltelefon).

    Heute dient der Fernsprecher nicht mehr nur der akustischen Kommunikation; über ISDN ist das Telefon mit verschiedenen anderen Geräten vernetzt (Telefax); über das Telefonnetz werden auch elektronische Daten verschickt; auf dieser Technik basiert unter anderem das Internet. Die Übertragung von Ton und Bild ist mit dem Bildtelefon bzw. dem Bildfernsprecher möglich.

    Öffentlich zugängliche Fernsprecher sind Münzfernsprecher bzw. die die Münzfernsprecher zunehmend ablösenden Kartentelefonanlagen.

    Geschichte

    Das erste Gerät zur Übertragung von Sprache wurde von dem deutschen Lehrer Philipp Reis 1860 konstruiert. Das Prinzip des elektromagnetischen Fernsprechers, nach dem im Wesentlichen auch das moderne Telefon noch funktioniert, entwickelte 1876 der Amerikaner Alexander Graham Bell: Statt einer Stromunterbrechung, die nur eine entstellende Stimmwiedergabe zuließ, nutzte er Stromschwankungen im elektromagnetischen Induktionsstrom. Das Prinzip wurde in Deutschland von W. von Siemens (1880) verbessert. Edison (1877) und Hughes (1878) erfanden das Kohlemikrofon. Generalpostmeister H von Stephan, auf den übrigens die Bezeichnung "Fernsprecher" zurückgeht, ließ die Postanstalten kleiner Orte mit Fernsprechern an Stelle der kostspieligen Telegrafen ausrüsten und 1881 in Berlin das erste Ortsnetz mit insgesamt acht Teilnehmern eröffnen. A.B. Strowger entwickelte 1889 den Drehwähler und ermöglichte damit die Einführung der Selbstanschlusstechnik. Um 1895 wurde die automatische Vermittlung entwickelt; die von Lieben und de Forest 1906 erfundene Verstärkerröhre ermöglichte Ferngespräche über weiteste Distanz. 1955 führte die Deutsche Bundespost das Selbstwähl-Telefon und den Selbstwähl-Ferndienst ein.



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