Tanz

    Aus WISSEN-digital.de

    Tanz ist eine rhythmische Körperbewegung, die meist von Musik begleitet wird. Der Tanz ist eine der ältesten Ausdrucksweisen und ein Grundbedürfnis des Menschen.

    Anfänge

    Die Anfänge des Tanzes sind wohl in der frühen Steinzeit zu suchen. Zu seinen Urformen gehören Bewegungen wie Hüpfen, Stampfen, Springen und Kreisen. Bei vielen Naturvölkern kennt man diese Urformen des Tanzes noch heute in ihrer ursprünglichen Bedeutung: Der Tanz war neben dem Opfer ein wichtiger Teil des Kultes.

    Antike

    Die Kulturvölker der frühen Antike hatten eine Vielfalt von Tänzen. In Ägypten kannte man Festtänze, Unterhaltungstänze und Tempeltänze. Die Tempeltänze breiteten sich bis nach Griechenland aus. Bei den Griechen gab es den chorischen Tanz, den Reigen (eine chorähnliche Form des Tanzes, der später vom Paartanz abgelöst wurde) und den Einzeltanz.

    europäische Frühgeschichte

    In der frühgeschichtlichen Zeit gab es in Mitteleuropa sowohl den Reigen als auch den kultischen Tanz, der Fruchtbarkeit bringen sollte und anlässlich des Wechsels der Jahreszeiten in Umzügen gezeigt wurde. Reigen und kultischer Tanz der frühgeschichtlichen Zeit hatten großen Einfluss auf die Volkstänze, die sich bei den europäischen Völkern herausbildeten und heute noch fortbestehen.

    Tanzverbote

    Das Christentum unterbrach durch Tanzverbote für kurze Zeit die Entwicklung des Tanzes. Frühes Christentum und Judentum hatten den sakralen Tanz gekannt, der in der Kirche aufgeführt wurde. Theologen und Sittenprediger wandten sich jedoch gegen den Tanz, auf Grund seiner Weltlichkeit und weil sie in ihm etwas Teuflisches sahen.

    Mit ihren Verboten konnte die Geistlichkeit die Tänzer jedoch nur aus der Kirche verbannen, nicht aber vom Tanzen abhalten. Die Handwerker tanzten bald wieder ihre Zunfttänze, die Bauern ihre Bauerntänze. Etwas später entwickelte sich der Geschlechtertanz des Bürgertums.

    höfischer Tanz und Gesellschaftstanz

    Eine ganz andere Art des Tanzes entwickelte sich im 13. Jh. beim Adel: Der so genannte höfische Tanz bildete das Gegenstück zu den ständischen Tänzen. Er kannte den Reigen und den Einzelpaartanz und erlebte im 18. Jh. seine Blütezeit. Im 15. Jh. entsprang aus ihm der Gesellschaftstanz, aus dem die Gruppentänze (z.B. Pavane, Gaillarde, Passamezzo) hervorgingen. Im 19. Jh. entwickelten sich aus den Gruppentänzen die Paartänze (z.B. Walzer und Polka), aus denen wiederum im 20. Jh. die nord- und lateinamerikanischen Tänze (z.B. Foxtrott, Charleston, Rumba, Lambada und Samba) entstanden.

    Ballett

    In Italien entwickelte sich in der Renaissance an den Fürstenhöfen aus festlichen Zeremonien das Ballett. Die Vorführungen an den Fürstenhöfen wurden "balletti" genannt und dienten der Repräsentation des jeweiligen Fürstenhauses. Im 17. Jh. wurden am französischen Hof Veranstaltungen gezeigt, die Dichtung, Musik und Tanz präsentierten.

    Die Tänze wurden dabei von Berufstänzern und nicht mehr von Höflingen ausgeführt. So erhielt das Ballett in Frankreich seine Prägung. Es erlebte in Russland seine große Blüte und brachte auch im 20. Jh. neue Formen hervor: Zunächst entwickelte sich Anfang des 20. Jh.s der Ausdruckstanz als eigenständige Tanzform.

    Er entstand aus dem Wunsch der Abgrenzung gegenüber dem akademischen Bühnentanz. Aus dem amerikanischen Ausdruckstanz, dem Moderndance, entwickelte sich das moderne Ballett. Außerdem beeinflusste der Ausdruckstanz das Tanztheater, das Anfang der 1970er Jahre in Deutschland entstand.

    Weiteres siehe Ballett.



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