Strukturalismus

    Aus WISSEN-digital.de

    Der Strukturalismus ist eine geisteswissenschaftliche Richtung, die vor allem die Untersuchung der Struktur des Forschungsgegenstandes in den Mittelpunkt stellt. Ziel ist, ein den naturwissenschaftlichen Untersuchungsmethoden gleichwertiges Verfahren für die Geisteswissenschaften zu finden.

    Stärke und Schwäche des Strukturalismus ist die Beschränkung auf den Forschungsgegenstand an sich, kulturelle und historische Kontexte sollen weitgehend ausgeblendet werden, um die Strukturen des Untersuchungsgegenstandes möglichst deutlich herauszuarbeiten. Dieser Ansatz ermöglichte die Ausbildung vorbildlicher wissenschaftlicher Untersuchungsmethoden und einer um Exaktheit und Überprüfbarkeit bemühten Terminologie. Andererseits führte die programmatische Ausblendung von kulturellen und historischen Kontexten dazu, dass wichtige Aspekte unberücksichtigt blieben: Der jeweilige Forschungsgegenstand (sei er ein Text, ein Volk oder etwas anderes) ist immer Bestandteil von größeren Zusammenhängen, die ihn eben auch mitbestimmen.

    Strukturalistische Ansätze werden in erster Linie angewandt in der Sprach- und Literaturwissenschaft, Soziologie, Architekturtheorie, Ethnologie und in der Psychoanalyse. Zu den wichtigsten Wegbereitern des Strukturalismus gehören Roman Jakobson und die anderen Vertreter der Prager Schule. Sie konnten auf die sprachwissenschaftlichen Ansätze Ferdinand de Saussures zurückgreifen.

    Durch Claude Lévi-Strauss wurde der Strukturalismus in den 50er Jahren in die Völkerkunde (Ethnologie) eingeführt. In den 60er Jahren wurde der Strukturalismus zur dominierenden Wissenschaftstheorie in Frankreich. Er gewann auch in anderen europäischen Ländern zunehmend an Bedeutung. Seit den 70er Jahren gibt es im Strukturalismus zunehmende Bestrebung, die Eingebundenheit des zu untersuchenden Gegenstandes in kulturelle und historische Zusammenhänge mit zu berücksichtigen.

    Der Poststrukturalismus allerdings gibt bei diesem Versuch auch die Stärke des strukturalistischen Ansatzes auf, nämlich die den Naturwissenschaften analoge Methodik. Wichtigster Vertreter des Poststrukturalismus ist Jaques Derrida.



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