Sir Benjamin Thompson, Graf von Rumford

    Aus WISSEN-digital.de

    amerikanischer Physiker; * 26. März 1753 in North Woburn, Massachusetts, † 14. August 1814 in Auteuil bei Paris

    Schon früh zeigte Benjamin Rumford besondere Begabung für Mathematik und Physik. Mit 13 Jahren trat er bei John Appleton in Salem (Massachusetts) als Kaufmannslehrling ein. Nach beendeter Lehrzeit arbeitete Rumford drei Jahre in einem Bostoner Geschäft und gründete dann, erst zwanzigjährig, in Concord (heute Rumford) eine Elementarschule, an der er selbst als Lehrer wirkte.

    Während seiner Lehrzeit und auch in den nachfolgenden Jahren beschäftigte er sich in seiner Freizeit eingehend mit mathematisch-physikalischen und medizinischen Studien und eignete sich auf diesen Gebieten große Kenntnisse an.

    Nochmals wechselte er jedoch seinen Beruf; er trat durch Vermittlung eines Verwandten als Major in das Heer ein, kämpfte bei dem Ausbruch der Freiheitskriege auf englischer Seite und nahm nach Friedensschluss in österreichischen Diensten am österreichisch-türkischen Feldzug teil.

    Schließlich gelangte er 1784 in den Dienst des Kurfürsten Karl Theodor von Bayern, bei dem er 16 Jahre blieb. In diesem Dienst widmete er sich der sozialen Fürsorge in hohem Maße, legte im Interesse der Armen Manufakturen an, verbreitete den Anbau von Kartoffeln, baute Arbeiterhäuser und richtete öffentliche Speiseanstalten ein.

    Rumford ging 1799 nach England und widmete sich hier seinen wärmetheoretischen Untersuchungen. Er kam zu der Erkenntnis, dass alle Wärmeerscheinungen in Wirklichkeit Bewegungserscheinungen sind. Eine im Anschluss hieran verfasste Abhandlung, "Untersuchung über den Quell der durch Reibung erzeugten Wärme", erregte großes Aufsehen und rief führende Wissenschaftler zur Gegnerschaft auf. Rumford hatte dabei, ohne selbst ganz die Tragweite seiner Entdeckung zu kennen, die Gleichwertigkeit von Wärme und mechanischer Arbeit zahlenmäßig bestimmt.

    1794 konstruierte er das nach ihm benannte Photometer, das eine Verbesserung des Lambert'schen Schattenphotometers darstellte. 1810 siedelte er nach Auteuil in Frankreich über und begann hier sein großes Werk "Über die Natur und die Wirkungen der Ordnung", das aber nie ganz vollendet wurde.

    Bereits in früheren Jahren hatte er als Mitglied des Nationalinstitutes verschiedene wichtige Abhandlungen, die sich auf die Wärme und ihre Anwendung sowie die Adhäsion der Moleküle in Flüssigkeiten bezogen, veröffentlicht. Von diesen verdient besonders die 1804 vorgetragene "Memoire sur la chaleur" erwähnt zu werden, die seine Stellungnahme zur Wärmefrage und ihre große Bedeutung hervorhebt.

    Im April 1811 berichtete er über eine nach seinen Untersuchungen vollkommenste Art der Radfelgen, die 40 Jahre später allgemein Anwendung fand. Auch auf das Gebiet des Lichtes erstreckte sich Rumfords Forschertätigkeit (Rumford'sche Lampe mit parallelen Dochten). Durch physikalische Versuche stellte er Regeln auf, nach denen gewisse Farben angenehm auf unser Auge wirken. Schließlich ist als seine Erfindung hier noch die Konstruktion des Kalorimeters und Thermoskops zu nennen.



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