Schweden (Literatur)

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    Schriftliche Zeugnisse einer schwedischen Literatur gibt es seit der Christianisierung (um 1100); ihren Höhepunkt fand die religiöse Literatur in den Visionen der hl. Birgitta (1303-1373). Erster bedeutender Dichter in schwedischer Sprache war der Bischof Thomas von Strängnäs (? 1443).

    Die Historiographie des Erzbischofs Olaus Magnus (1490-1558) zeigt bereits den Einfluss von Humanismus und Renaissance. In der schwedischen Großmachtzeit (1611-1718) wurden Künste und Wissenschaften vom Hof gefördert und zentralisiert. Dabei lief eine kulturelle Selbstbestimmung (im "Götizismus") parallel zu einer europäisch beeinflussten rhetorisch-repräsentativen Kunstdichtung.

    Zur geistigen Dominanz des Deutschen traten im 18. Jahrhundert französische und englische Einflüsse. In dieser Zeit wirken der naturwissenschaftliche Systematiker Carl von Linné (1707-1778), der Mystiker Emanuel Swedenborg (1688-1772) und der "schwedische Anakreon", der Liederdichter Carl Michael Bellman (1740-1795). Die Romantiker sammelten sich um die mystisch-spekulative Zeitschrift "Posphoros" (1810-1814), den "Aurora-Bund" und den nationalromantischen "Gotischen Bund" (unter anderem Erik Gustaf Geijer, 1783-1847 und Esaias Tegnér, 1782-1846).

    Die von dem Dänen Georg Brandes ausgehende literarische Revolution erfasste Schweden erst spät; der genialste Schriftsteller des Naturalismus, August Strindberg (1849-1912), wuchs später über diesen hinaus.

    In der Gegenbewegung einer neuen Romantik, die wieder ästhetische Ideale pflegte, standen Selma Lagerlöf (1858-1940) und Verner von Heidenstam (1859-1940). Im 20. Jahrhundert wurden weltbekannt die Jugendbücher von Astrid Lindgren (1907-2002) und die sozialkritischen Kriminalromane von Maj Sjöwall (geboren 1935) und Per Wahlöö (1926-1975).



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