Schwarze Freitage der Geschichte
Aus WISSEN-digital.de
Seit Ende Juli 2011 ist die Angst vor einer Weltwirtschaftskrise in den Medien überpräsent. Am 5. August schnellten die Panik-Verkäufe in die Höhe und der Börsenwert in die Tiefe. Verantwortlich für die Talfahrt ist vor allem die Rezession in den USA und die Schuldenkrise Europas. Viele rechnen mit einem erneuten "Schwarzen Freitag". Doch woher stammt der Begriff "Schwarzer Freitag" überhaupt?
Bereits in der Antike bezeichnete man Unglückstage als "dies ater" ("Schwarzer Tag"). In der christlichen Tradition trägt der Freitag eine negative Bedeutung, da am "Karfreitag" die Passion und Kreuzigung Jesu Christi stattgefunden haben soll.
Im Laufe der Zeit überführten verschiedene Ereignisse den Begriff "Schwarzen Freitag" immer mehr in den Bereich des Finanzwesens. Das erste Mal fiel er am 6. Dezember 1745. Zu diesem Zeitpunkt verbreitete sich in London gerade die Nachricht, dass es dem Thronprätendenten Charles Edward Stuart gelungen war, bis nach Derby vorzudringen. Man befürchtete, dass eine französische Invasion folgen würde. In der Folge kollabierten Wirtschaft und Finanzwesen.
Wenn man heute vom "Schwarzen Freitag" spricht, meint man jedoch den 24.Oktober 1929, wobei es sich bei diesen im Grunde um einen Donnerstag (engl. "Black Thursday") handelte. An diesem Tag hatte der Rückgang des Dow-Jones-Index' an der New Yorker Börse seinen Tiefpunkt erreicht, die Anleger bangten um ihr Geld. Was folgte, war der bisher schlimmste Einbruch des Börsenkurses und der Anfang einer Weltwirtschaftskrise. Europa erreichte die Nachricht vom Börsen-Crash aufgrund der Zeitverschiebung erst einen Tag später, einem Freitag. Das Ergebnis war dasselbe wie kurz zuvor in den USA: Panik brach am gesamten Aktienmarkt aus. So wurde der "Schwarze Donnerstag" in Europa zu einem "Schwarzen Freitag". Zudem hatte sich bereits am 13. Mai 1927, ebenfalls einem Freitag, an der Berliner Börse ein deutlicher Kurseinbruch vollzogen. In den USA hingegen bezeichnet "Black Friday" die Ereignisse des 24. September 1869. Schon damals hatte es einen Börsen-Crash in den USA gegeben.
Inzwischen wird der Begriff "Schwarzer Freitag" ganz allgemein für drastische Kurseinbrüche an der Börse gebraucht bzw. angepasst. So spricht man im Zusammenhang mit den Terroranschlägen auf das World Trade Center am 11. September 2001 von einem "Schwarzen Dienstag". Das Ereignis führte weltweit zu Einbrüchen im Finanzmarkt, der sich nur langsam wieder erholte. Von einem "Schwarzen Freitag" war erneut im Herbst 2008 die Rede: Nachdem die Hypothekenkrise zu einer weltweiten Finanzkrise fortgeschritten war, sanken die Kurse ins Bodenlose.
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