Schlangen

    Aus WISSEN-digital.de

    (Serpentes)

    Schlangen sind in etwa 2 500 verschiedenen Arten über weite Gebiete der gesamten Welt verbreitet, wo sie die unterschiedlichsten Lebensräume besiedeln. Man findet sie im Urwald, im Meer und in Wüsten; eine besondere Artenvielfalt lässt sich in tropischen Gebieten beobachten.

    Schlangen erreichen Körperlängen zwischen zehn Zentimetern und zehn Metern. Die lang gestreckten Tiere sind meist beinlos, oder die Beine sind nur noch in Ansätzen vorhanden, aber nicht funktionstüchtig.

    Sie besitzen bis zu 400 Wirbel oder mehr, die sie äußerst beweglich machen. Schultergürtel und Brustbein fehlen, auch ein Trommelfell ist nicht vorhanden: Schlangen sind taub; Schlangenbeschwörer bringen die Tiere also nicht durch die Töne ihrer Flöte zum Tanzen, sondern vielmehr durch die Bewegungen, die sie selbst vollführen. Als Ausgleich für ihr nicht vorhandenes Hörvermögen können Schlangen relativ gut sehen, ihre lidlosen Augen sind besonders auf "Bewegungssehen" spezialisiert; hält sich die Beute ruhig, so ist sie für das Auge der Schlange so gut wie nicht zu erkennen.

    Das langgestreckte Kriechtier zeichnet sich durch einen hervorragenden Tastsinn aus und auch der Geruchssinn ist hoch entwickelt, so dass Schlangen ihre Beutetiere bereits aus weiter Entfernung wahrnehmen können. Dabei hilft ihnen ihre gespaltene Zunge, die Geruchswahrnehmungen zum so genannten Jacobsonschen Organ leitet, das äußerst sensibel auf die unterschiedlichsten Duftstoffe reagiert.

    Die inneren Organe von Schlangen sind, in Anpassung an ihre Körperform langgezogen, anders als Echsen besitzen sie nicht die Fähigkeit, bei Gefahr den Schwanz abzuwerfen (Autotomie).

    Wie bei den Echsen, so ist auch die Haut der Schlangen von feinen Hautschuppen bedeckt, die die unterschiedlichsten Formen und Farben haben können. Die Färbung dient entweder der Tarnung, kann aber auch eine Warnfärbung sein, die mögliche Feinde davon abhalten soll, die Schlange anzugreifen; diese Warnfärbung findet man häufig bei Giftschlangen.

    Manche ungiftigen Arten ahmen die Färbung der Giftschlangen nach und sind so selbst geschützt (Mimikry). Die Haut der Schlangen erneuert sich mehrmals pro Jahr durch Häutung.

    Alle Schlangen ernähren sich ausnahmslos von tierischer Kost; keine einzige Art begnügt sich mit pflanzlicher Nahrung. Die meisten Schlangen erlegen Beutetiere, die größer sind als sie selbst; diese können sie im Ganzen verschlingen, was ihnen die locker mit elastischen Bändern verbundenen Kieferknochen erlauben.

    Der Magen hat ein sehr großes Fassungsvermögen, auch deshalb können Schlangen über längere Zeit hinweg fasten. Zu ihren Beutetieren zählen je nach Art Insekten, Vögel und kleine bis große Säugetiere (Kaninchen, Hasen, Wildschweine usw.). Schlangen töten ihre Beute entweder, indem sie sie ersticken oder durch einen Giftbiss.

    Schlangen pflanzen sich geschlechtlich fort und bei den meisten Arten legen die Weibchen Eier. Nur sehr wenige Schlangenarten sind lebend gebärend.

    Systematik

    Unterordnung aus der Ordnung der Schuppenkriechtiere (Squamata).

    Zwischenordnungen:

    Blindschlangenartige (Scolecophidia) mit den Familien

    Blindschlangen (Typhlopidae) Schlankblindschlangen (Leptotyphlopidae) Nattern- und Vipernartige (Xenophidia) mit den Familien

    Giftnattern (Elapidae) Grubenottern (Crotalidae) Nattern (Colubridae) Seeschlangen (Hydrophiidae) Vipern (Viperidae) Wühl- und Riesenschlangenartige (Henophidia) mit den Familien

    Rollschlangen (Aniliidae) Schildschwänze (Uropeltidae) Erdschlangen (Xenopeltidae) Warzenschlangen (Acrochordidae) Riesenschlangen (Boidae)



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