Schimpanse

    Aus WISSEN-digital.de

    (Pan)

    Allgemeines

    Dieser Altweltaffe aus der Familie der Menschenaffen ist zusammen mit Gorilla und Orang-Utan das dem Menschen am nächsten verwandte Tier, ist aber nicht als direkter Vorfahre des Menschen zu betrachten.

    Schimpanse

    Er lebt im Urwaldgürtel unter dem Äquator in Horden von bis zu 80 Tieren, in denen es zwar eine männliche Dominanz gibt, die aber nicht sehr stark ausgeprägt ist. Die Horde unterteilt sich in Kleingruppen, die zum Teil familienähnliche Strukturen aufweisen; die Weibchen paaren sich jedoch mit mehreren Männchen, zum Teil wechseln sie für die Paarungszeit auch die Horde. Mitglieder einer Horde teilen Nahrungsmittel, beschützen sich und pflegen sich gegenseitig das Fell.

    Körperbau

    Männliche Schimpansen erreichen in aufrechter Haltung eine Länge von bis zu 160 Zentimetern und ein Gewicht von 60 Kilogramm. Weibchen sind wesentlich kleiner und erreichen ein Gewicht von 45 Kilogramm. Ihr Fell ist dunkelbraun bis schwarz gefärbt; das Gesicht mit den vorstehenden Lippen und Augenwülsten ist unbehaart und meistens fleischfarben, ebenso wie Handflächen und Fußsohlen. Sie haben wie alle Menschenaffen keinen Schwanz; ihr Gehirn ist etwa halb so groß wie das des Menschen.

    Schimpansen bei der Nahrungsaufnahme

    Schimpansen haben sehr lange Arme, die sie beim Laufen zum Abstützen benutzen; sie können auch kurze Zeit aufrecht auf zwei Beinen gehen, wenn sie Nahrungsmittel zu tragen haben; unter Zuhilfenahme der Arme erreichen sie eine galoppähnliche sehr schnelle Gangart. Nachts klettern die Schimpansenverbände auf Bäume, wo sie sich Schlafnester bauen, in dem sie Zweige und Blätter zu Plattformen - zum Teil mit Regendach - flechten. Halbwüchsige und teilweise auch erwachsene Tiere schlafen oft in der Nähe ihrer Mutter.

    Ernährung

    Schimpansen sind Allesfresser; sie ernähren sich von Früchten, Baumrinde, Termiten und kleineren Affenarten oder jungen Antilopen. Sie sind in der Lage, Werkzeug herzustellen und zu benützen; Keulen aus Holz dienen als Waffe zum Erlegen eines Beutetieres, ein Stöckchen ermöglicht die Entnahme von Honig oder von Ameisen aus ihrem Bau.

    Kommunikation

    Dank ihres hochentwickelten Gehirns sind Schimpansen in der Lage zu kommunizieren; sie verfügen über ein relativ großes Repertoire an Gesichtsausdrücken, Gesten und Lauten, mit denen Information, Wünsche und Emotionen zum Ausdruck gebracht werden können.

    Fortpflanzung

    Schimpansen mit Plastikgabel

    Die geschwollenen rosa Geschlechtsteile der Weibchen signalisieren dem Männchen die Brunstzeit. Weibchen haben einen Geschlechtszyklus von 35 Tagen; nach der Tragezeit von gut sieben Monaten kommt einmal im Jahr ein einzelnes Junges zur Welt; dieses klammert sich nach der Geburt am Bauchfell der Mutter fest, später trägt sie es auf dem Rücken; nach einer Stillzeit von vier Jahren folgt das Junge der Mutter nicht selten bis zum zehnten Lebensjahr bzw. hält eine lebenslange enge Bindung zur Mutter. Schimpansen können ein Alter bis zu 60 Jahren erreichen.

    Arten und Gefährdung

    Bekannt sind der Schwarzgesichts-Schimpanse, der Weißgesichts-Schimpanse und der Bonobo oder Zwerg-Schimpanse, den manche Forscher als eigene Art betrachten. Im Gegensatz zum Gorilla hat der Schimpanse einen recht langen Daumen, mit dem er kräftig zupacken kann. Er lebt gesellig in Familienverbänden von etwa sechs Tieren. Mehrere Familien können nahe beieinander hausen. Jede Nacht bauen sie sich mit Ästen und Zweigen ein Schlafnest in den Bäumen.

    Von den mehreren Millionen Vertretern zu Beginn des 20. Jahrhunderts gibt es heute nicht einmal mehr 100 000; Zerstörung des Lebensraums und illegale Jagd bedrohen die Erhaltung der Art.

    Systematik

    Gattung aus der Familie der Menschenaffen (Pongidae).

    Arten:

    Eigentlicher Schimpanse (Pan troglodytes)

    Tschego (Pan satyrus)

    Zwergschimpanse oder Bonobo (Pan paniscus)


    Audio-Material
    Datei:Track71.mp3 Schimpansen



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