Sankt Petersburg

    Aus WISSEN-digital.de

    1914 bis 1924: Petrograd; 1924 bis 1991: Leningrad;

    zweitgrößte Stadt in Russland. Die an der Newa gelegene Stadt hat 4,19 Millionen Einwohner. Sankt Petersburg ist Universitätsstadt und bedeutender Industriestandort.

    Kunst und Kultur

    Das architektonische Bild von Sankt Petersburg haben drei Bauepochen geprägt: die niederländisch-deutsch beeinflussten Barockbauten (bis 1725; Architekt D. Trezzini), die italienisch-barocken Monumentalbauten (bis 1760; Architekt: Bartolomeo Francesco Rastrelli) und die klassizistischen Bauten (1760 bis 1850). Zu den ersten herausragenden Bauwerken zählen die Peter-und-Pauls-Festung mit Kathedrale (1712-32; Turm 1751), der Sommerpalast Peters des Großen (1714) und der Menschikow-Palast (D. Fontana und G. Schädel) sowie die Kunstkammer (1718-34). In der zweiten Epoche entstanden der so genannte Vierte Winterpalast (1754-63) und das Smolny-Kloster mit Kathedrale (1748-64). Unter dem Einfluss des Klassizismus standen bereits die Kleine Eremitage (1764-67) und die Akademie der Schönen Künste (1764-88). In der Hochphase klassizistischer Architektur wurden dann die Eremitage (1775-84), die Alexander-Newski-Kathedrale (1776-90) im Alexander-Newski-Kloster (1713-90), die Kasaner Kathedrale (1802-12) und die Admiralität (Neubau 1806-23; Turm mit goldener Spitze des Vorgängerbaus (1730 bis 40)) erbaut. Im ausgehenden Klassizismus entstanden unter dem Architekten Karl Iwanowitsch Rossi die schönsten Plätze von Sankt Petersburg: Platz der Künste mit Palast des Großfürsten Michael (heute Staatliches Russisches Museum; 1819-25), Anlage um das heutige Puschkin-Theater (1829-32) und Dekabristenplatz mit Senatsgebäude und Gebäude des heiligen Synods (1829-34). Auch die Isaak-Kathedrale (1817-57) und die Neue Eremitage (1839-52) stehen noch unter klassizistischem Einfluss.

    Geschichte

    Die Stadt wurde 1703 von Peter dem Großen nach westlichem Vorbild gegründet. Von 1712 bis 1917 diente sie als Zarenresidenz. Im 19. Jh. kam es zu einem starken Bevölkerungszuwachs und einer Industrialisierung der Stadt. 1917 wurde sie zum Ausgangspunkt der Oktoberrevolution (Sturm auf den Winterpalast). Zwischen 1941 bis 1944 belagerten deutsche und finnische Truppen die Stadt, wodurch Hunderttausende von Menschen starben (die genaue Zahl ist umstritten).



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