Säule (Architektur)

    Aus WISSEN-digital.de

    Im Holzbau, besonders beim Fachwerk, bezeichnet man jedes senkrechte Holz (Pfosten, Ständer, Stiel) als Säule, auch bei Hängewerken und Dachstühlen.

    Im Steinbau versteht man darunter eine Stütze über einem kreisförmigen Grundriss, abgegrenzt gegen Pfeiler, Pilaster und Lisene.

    Die Säule besteht in der Regel aus Basis, Schaft und Kapitell. Die Basis ruht auf einer quadratischen oder rechteckigen Platte (Plinthe) und macht durch einen oder mehrere "weiche" Wülste (Torus) und Kehlen (Trochilus) das Aufliegen der Last sichtbar, ebenso das Kapitell.

    Der aus mehreren Trommeln oder einem einzigen Stein bestehende Schaft kann sich nach oben hin verjüngen (Entasis) oder ist mit Rillen, so genannten Kanneluren, versehen.

    Säulen können einzeln oder in Gruppen verwendet werden. Sind sie durch Rundbogen miteinander verbunden, spricht man von einer Arkade, tragen sie ein flaches Gebälk, ist es eine Kolonnade.

    Säulen tragen die Last des Gebälks entweder freistehend oder aus der Wand als Halb- oder Dreiviertel-Säulen hervortretend. Werden mehrere Halb- und Dreiviertelsäulen gebündelt, heißen sie Dienste. Der Rundpfeiler der gotischen Baukunst unterscheidet sich von der Säule durch das Fehlen des Kapitells und seine schlanke Form.

    Die verschiedenen Kulturen entwickelten unterschiedliche Säulenformen. Pflanzen (Papyrus) nachempfunden sind die ägyptischen Säulen. Eine Zeltstangen-Säule weist einen nach unten verjüngten Schaft auf, mit darübersitzendem glockenförmigem Kapitell. Nahe verwandt sind die äolischen Säulen.

    Die klassischen griechisch-römischen Säulen haben eine Basis - wenn man von der klassisch-dorischen Säule einmal absieht - und tektonisch aufgebaute Kapitelle. Die griechische Kunst verwendete verschiedene Säulenordnungen: dorische, ionische und korinthische Säulen.

    Die altchristlich-byzantinische Kunst verarbeitete diese Säulen weiter, häufig frei variiert. Neu dazu kamen verschlungene, gedrehte, auch verknotete Säulen und neue Schaftverzierungen. Besonders in der Spätromanik kam der Schaftring auf (Bund-Säule).



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