Säugetiere

    Aus WISSEN-digital.de


    (Mammalia)

    Säugetiere sind eine weltweit verbreitete Klasse von hoch entwickelten Wirbeltieren, die auf Grund ihrer enormen Anpassungsfähigkeit von den Polarkreisen bis hin zu trockenen Wüstenlandschaften alle Lebensräume besiedeln.

    Sie entwickelten sich vor ungefähr 180 Millionen Jahren und stellen heute die Spitze der Evolution dar. Man kennt in etwa 5 000 Säugetierarten, die sich in Größe und Gestalt stark unterscheiden; zu den Säugetieren zählen die nur bis zu drei Zentimeter lange und zwei Gramm leichte Etruskerspitzmaus (Suncus etruscus), aber auch der bis zu über 30 Meter lange und 190 Tonnen schwere Blauwal (Balaenoptera musculus).

    Säugetiere bringen meist lebende Junge zur Welt, nur die sehr urtümlichen Kloakentiere (Monotremata) legen Eier. Die Bezeichnung "Mammalia" (Säugetiere) leitet sich vom charakteristischen Merkmal dieser Tierklasse ab: die Weibchen sondern aus ihren zwei bis zwanzig Brustdrüsen (lateinisch: mammae) Milch ab, mit der sie ihre Jungen zeitweilig ernähren. Die im Tierreich einzigartige, intensive Fürsorge der Eltern gegenüber ihrem Nachwuchs beschränkt sich jedoch nicht auf das Säugen. Das Muttertier betreut die Jungtiere auch nach der Geburt und macht sie mit den wichtigsten Überlebensstrategien vertraut.

    Neben den Brustdrüsen zeichnen sich Säugetiere außerdem durch weitere Merkmale aus: die meisten von ihnen weisen zumindest im Embryonalstadium eine Behaarung auf, die oft kurz vor der Geburt wieder verloren geht. Das spätere Haarkleid oder Fell kann je nach Art und Lebensraum äußerst unterschiedlich aussehen und schützt die ursprünglich vor allem nachtaktiven Tiere vor Temperaturschwankungen, indem es zur Regulierung des Wärmehaushalts beiträgt. Bei der Ordnung der Waltiere (Cetacea) fehlt dieses Haarkleid in Anpassung an ihren aquatischen Lebensraum ganz. Bei einigen Arten dienen besonders lange Haare in der Schnauzengegend (Tasthaare) vor allem der Orientierung in der Dunkelheit; sie nehmen mit ihnen Berührungsreize wahr, die zum Gehirn weitergeleitet werden. Eine weitere Anpassung an ihre ursprünglich nächtliche Lebensweise stellen der feine Geruchssinn sowie das gut entwickelte Gehör dar. Die wenigen so genannten Augentiere unter den Säugetieren, denen ein Farbsehen möglich ist, haben sich aus stammesgeschichtlicher Sicht erst relativ spät entwickelt.

    Nur bei wenigen Säugetieren - Seekühen (Sirenia) und Waltieren (Cetacea) - haben sich die ursprünglich vier Gliedmaßen in Anpassung an ihren Lebensraum zurückgebildet. Die vorderen Extremitäten haben sich jedoch meist ideal an die Lebensweise der verschiedenen Arten angepasst: sie sind Greiforgane - wie z.B. bei den Herrentieren (Primates) -, Grabschaufeln - wie beispielsweise bei den Maulwürfen (Talpidae) - oder hakenartige Hangelarme - wie bei den Faultieren (Bradypodidae) - usw.

    Die einzelnen Tiere können je nach Geschlecht, Alter und Jahreszeit unterschiedlich aussehen. Bei einigen Arten besitzen die Männchen besondere Kennzeichen (Stoßzähne, Geweih, Mähne, usw.), die sie von den Weibchen unterscheiden. Dieser so genannte Sexualdimorphismus spielt besonders im Werbungs- und Paarungsverhalten eine bedeutende Rolle.

    Das leistungsfähige Gehirn der Säugetiere ermöglicht ihnen das Erlernen von Verhaltensmaßstäben; es ist durch den knöchernen Schädel vor Verletzungen geschützt.

    Systematik

    Klasse aus dem Unterstamm der Wirbeltiere (Vertebrata).

    Unterklassen:

    Beutelsäuger (Metatheria) mit der einzigen Ordnung:

    Beuteltiere (Marsupialia) Höhere Säugetiere oder Plazentatiere (Eutheria) mit den Ordnungen:

    Fledertiere (Chiroptera) Hasentiere (Lagomorpha) Herrentiere (Primates) Insektenfresser (Insectivora) Nagetiere (Rodentia) Paarhufer (Artiodactyla) Raubtiere (Carnivora) Riesengleiter (Dermoptera) Röhrenzähner (Tubulidentata) Rüsselspringer (Macrocelididae) Rüsseltiere (Proboscidea) Schliefer (Hyracoidea) Schuppentiere (Pholidota) Seekühe (Sirenia) Spitzhörnchenartige (Scandentia) Unpaarhufer (Perissodactyla) Waltiere (Cetacea) Zahnlose (Edentata) Eierlegende Säugetiere (Prototheria) mit der einzigen Ordnung:

    Kloakentiere (Monotremata)



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