Rudolf von Bennigsen

    Aus WISSEN-digital.de

    deutscher Politiker; * 10. Juli 1824 in Lüneburg, † 7. August 1902 in Bennigsen (Kreis Springe)

    Der junge Bennigsen, der Jura studiert hatte und in den Justizdienst des Königreichs Hannover eingetreten war, protestierte gegen die Willkürherrschaft von Georg V. und seinem Minister Graf Borries. Benningsen nahm 1856 den Abschied, als ihm der König die Erlaubnis versagte, ein Abgeordnetenmandat in der Zweiten Kammer zu übernehmen. Er widmete sich der Bewirtschaftung des Stammgutes Bennigsen bei Springe, zog aber, nunmehr Privatmann, als Abgeordneter für Göttingen in das Landesparlament ein.

    Bennigsen war im September 1859 Mitbegründer des Nationalvereins. Schirmherr wurde der für die Einheit Deutschlands begeisterte Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg-Gotha. Als das Königreich Hannover, das im Krieg von 1866 Österreich unterstützt hatte, von Preußen annektiert wurde und Bismarck den Norddeutschen Bund ins Leben rief, erkannte Bennigsen, dass die Einigung Deutschlands nur unter preußischer Führung möglich sein würde. Diese hatte er stets als notwendig angesehen. Der Nationalverein wurde aufgelöst. Im Februar 1867 entstand, von Bennigsen wesentlich gefördert, die Nationalliberale Partei, die die Reichsgründung vorantrieb.

    Bennigsen geriet in Konflikt mit dem Kanzler, als Bismarck die bisherige Freihandelspolitik aufgab und 1878 mit den Sozialistengesetzen gegen die Sozialdemokraten vorgehen wollte. Der Liberale zog sich von der politischen Bühne zurück. Von 1888 bis 1898 war er noch Oberpräsident der Provinz Hannover.



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