Romantik (Kunst)
Aus WISSEN-digital.de
Einleitung
Die um 1760 einsetzende, bis etwa 1830 dauernde, in ganz Europa (allerdings zeitlich verschoben) verbreitete Kulturepoche und Geisteshaltung, die in Abwendung vom Rationalismus der Aufklärung Gefühle wie Naturempfinden sowie volkstümliche und nationale Elemente betonte. Die Romantik brachte Neuerungen in vielen Bereichen, so in der Religion, der Philosophie, der Gesellschaftslehre, der Geschichtswissenschaft, der Literatur und der Musik.
Die Romantik in der bildenden Kunst ist unterschiedlich ausgeprägt. Sie ist keine Stilepoche im engeren Sinn und besteht zeitgleich mit dem Klassizismus. Die Architektur der Romantik hat keine eigenen Stilelemente hervorgebracht. Romantische Elemente werden in der Neugotik sichtbar und zeigen sich außerdem im historischen Bewusstsein - in der neu entstehenden Denkmalpflege des 19. Jh.s: Erste große Restaurierungen (Viollet-le-Duc) und kunsthistorisch-topografische Inventarisierungen der Denkmäler werden durchgeführt und unvollendete mittelalterliche Bauten zu Ende gebaut (Kölner Dom). Aus der für die Romantik typischen Verbindung von Mensch und Natur ergab sich auch eine besondere Einordnung des Bauwerks in die Natur.
Bildhauerei
Eine romantische Skulptur im engeren Sinne existiert nicht, lediglich die Verbindung von Bildwerk und umgebender Natur ist als romantisch zu bezeichnen.
Malerei
Im Mittelpunkt der Kunst der Romantik stand besonders die deutsche Landschaftsmalerei (P.O. Runge, C.D. Friedrich, C.P. Fohr), die ein intensives, erlebendes Verhältnis von Mensch und Natur auf der Grundlage der Philosophie postulierte, während die englischen Romantiker (W. Turner, J. Constable, R.P. Bonington) verschiedene Stimmungswerte der Landschaft einfingen. Daneben reanimierten die Maler der Romantik in ihrer Kunst die Geschichte des Mittelalters sowie Sagen und Märchen (M. von Schwind, L. Richter, J. Schnorr von Carolsfeld); religiöse Motive und Themen verarbeiteten die Nazarener und Präraffaeliten. Französische Maler der Romantik waren u.a. T. Rousseau, dessen Bilder von schwermütiger Stimmung gekennzeichnet sind, und E. Delacroix, der in seinen Werken die Farbe in den Vordergrund stellte.
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