Renaissance (Bildende Kunst)
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(französisch-italienisch "Wiedergeburt").
Epochenbegriff für die Zeit von 1400 bis zum Ende des 16. Jh.s., also zwischen Gotik und Manierismus.
Die Renaissance markiert den Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit, in ihr vollzog sich eine von der griechischen und römischen Antike inspirierte Erneuerung von Kunst und Wissenschaft (Humanismus). Von einer Erneuerung ("rinascità") spricht zuerst Vasari 1550 in seinen Künstlerbiografien; als Stilbegriff wurde Renaissance erst seit dem 19. Jh. gebräuchlich. Der Begriff der Renaissance wird teilweise auch für das Wiederaufleben antiker Elemente in der mittelalterlichen Kunst verwendet (z.B. karolingische Renaissance).
Mit der Loslösung von der mittelalterlichen Gebundenheit an die kirchliche und feudale Ordnung entstand eine eher städtische Kultur, in der die Rolle des Bürgertums gegenüber der des Adels immer wichtiger wurde. Kennzeichnend für die Renaissance ist ein das Diesseits betonende Lebensgefühl, im Gegensatz zur mittelalterlichen, dem Jenseits zugewandten Lebensauffassung. Die Künstler der Renaissance sind historisch bestimmbare, namentlich genannte Persönlichkeiten; die Themenkreise, die in der bildenden Kunst behandelt wurden, weiteten sich aus - es wurden auch profane Themen für weltliche Auftraggeber geschaffen. Die Ursprünge der Renaissance, die einen tiefen Einschnitt in der Geschichte von Kunst und Kultur markierten, lagen in Italien, insbesondere in Florenz. Dort führte die Pflege humanistischer Studien durch die Medici zu einer Blütezeit von Literatur und bildender Kunst.
Die Kunstgeschichte unterscheidet zwischen Frührenaissance (ca. 1420-1500), Hochrenaissance (1500-1520) und Spätrenaissance (in der Baukunst) bzw. Manierismus (in der Malerei, ca. 1520-1580).
Architektur
Ihren Ausgangspunkt nahm die Baukunst der Frührenaissance in Florenz. Als Vorbild dienten den Baumeistern antike Tempelbauten und Architekturtraktate (Vitruv). Eine wichtige Bauaufgabe stellte der Stadtpalast der Medici in Florenz dar (Palazzo Medici-Riccardi von Michelozzo, ab 1444).
F. Brunelleschi schuf mit der Domkuppel von Florenz (1420) ein glänzendes Vorbild für alle späteren Kuppelbauten. Bedeutende Kirchenbauten entstanden auch in Mantua (Sant'Andrea, L.B. Alberti, 1472).
Ausgangspunkt und Hauptschauplatz der Hochrenaissance wurde Rom, wofür v.a. die Bautätigkeiten der Päpste Julius II. und Leo X. verantwortlich waren.
Bramantes Entwurf für den Neubau der Peterskirche in Rom (1506) markiert den Beginn der Hochrenaissance. In Oberitalien und Venedig baute Palladio zahlreiche Kirchen und Landhäuser, die eine neue Richtung der Baukunst bestimmten.
Der Einfluss der italienischen Renaissance zeigt sich auch in der deutschen Baukunst (Landshuter Residenz, 1536-1543; Augsburger Rathaus von E. Holl), allerdings nicht immer in reiner Form, sondern eigenständig umgebildet (siehe Weserrenaissance).
Bildhauerei
Auch die ersten Bildhauer der Renaissance stammten aus Florenz. Die Plastik löste sich von der engen Bindung an die Architektur und nahm antike Gestaltungsmittel auf. Sie orientierte sich sowohl an antiken Werken als auch an anatomischen Studien. Zum einflussreichsten Künstler der Frührenaissance wurde Donatello, neben ihm wirkten L. Ghiberti und Michelozzo.
Den Höhepunkt der Hochrenaissance bilden die Marmorbildwerke von Michelangelo in Florenz (David, 1501-1504) und Rom (Pietà, 1498-1501).
Malerei
Die wichtigste Entwicklung in der Malerei war die Erfindung der Zentralperspektive durch F. Brunelleschi und L.B. Alberti (Umsetzung durch Masaccio 1428 im Trinitätsfresko). Besonders in der Freskomalerei entstanden auf dieser Grundlage zahlreiche Meisterwerke; P. della Francesca verband in seinen Fresken genaue Naturbeobachtung mit idealer Gestaltung.
Beispiele künstlerischen Schaffens der Hochrenaissance sind die Fresken von Raffael in den Stanzen des Vatikans und Michelangelos Deckenfresko in der Sixtinischen Kapelle (1508-1512).
In Oberitalien tätig waren A. Mantegna und Leonardo da Vinci (Abendmahl, S. Maria delle Grazie, Mailand), in Venedig G. Bellini und Tizian.
Neben christlichen Inhalten bearbeiteten die Maler der Renaissance auch Themen der antiken Mythologie (S. Botticelli, Venus, um 1485).
Einen Aufschwung erfuhren die Gattungen der Porträtmalerei, der Landschaftsmalerei und der Aktmalerei; in den Niederlanden fand der Übergang zur Ölmalerei statt.
Zu einer eigenständigen Verarbeitung der italienischen Renaissance nördlich der Alpen gelangten A. Dürer, H. Holbein der Jüngere und L. Cranach. In Frankreich ist der Einfluss der Renaissance besonders nach Leonardo da Vincis dortigem Aufenthalt bemerkbar (Schule von Fontainebleau).
Weblinks
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