Raumfahrt-Jubiläum Teil 2: 30 Jahre Spaceshuttle-Programm

    Aus WISSEN-digital.de

    Start und...

    Der 12.April markiert einen besonderen Tag in der Geschichte der Raumfahrt. An diesem Datum jähren sich zwei der wichtigsten Ereignisse in der Erforschung des Weltalls durch den Menschen. Vor 50 Jahren hob Juri Gagarin als erster Mensch zu seinem Flug in den Weltraum ab (siehe Teil 1).

    20 Jahre später, also vor genau 30 Jahren, begann die Ära der außerordentlich erfolgreichen Spaceshuttles.

    Die geniale Idee einer wiederverwendbaren Raumfähre

    Die Spaceshuttles sollten durch eine revolutionäre Idee vor allem eins: Kosten senken. Im Gegensatz zu herkömmlichen Raketen konnte der sog. „Orbiter“, die allseits als Spaceshuttle bekannte Raumfähre, für erneute Missionen wiederverwendet werden – in manchen Fällen für über 30 Starts! Zwar musste auch das Spaceshuttle von zwei Feststoffraketen ins All befördert werden, durch die Wiederverwertbarkeit erhoffte sich die NASA allerdings große Kostenvorteile. Obwohl sich diese Hoffnung nicht erfüllte, war den Spaceshuttles eine erfolgreiche Zukunft vergönnt, vor allem aufgrund der hohen möglichen Nutzlast.

    ...Landung eines Spaceshuttles

    Das erste Exemplar eines Spaceshuttles war die „Enterprise“, die 1975 fertiggestellt wurde. Die „Enterprise“ war allerdings noch nicht weltraumtauglich und wurde nur für Testzwecke innerhalb der Atmosphäre (Meteorologie) geflogen.

    Nach erfolgreicher Testphase wurden von der NASA insgesamt fünf Spaceshuttles für den Einsatz im Weltraum gebaut: 1981 die „Columbia“, 1983 die „Challenger“, 1984 die „Discovery“, 1985 die „Atlantis“ und 1992 die „Endeavor“.

    Erfolge und Rückschläge im Spaceshuttle-Programm

    Am 12. 4. 1981 trat die „Columbia“ den ersten Weltraumflug eines Spaceshuttles an und begründete damit den Beginn einer äußerst erfolgreichen Ära. Ein Spaceshuttle nach dem anderen nahm ohne größere Probleme und Zwischenfälle seinen Dienst auf. 1986 allerdings endete diese Phase früher Erfolge, als beim Start der „Challenger“ Probleme auftraten und die Raumfähre 73 Sekunden nach dem Start in 15 km Höhe explodierte.

    Explosion der Challenger1986

    Dieses Unglück stellte eine frühe Zäsur in der Nutzung der Spaceshuttles dar. Für mehr als zwei Jahre wurden sämtliche Starts ausgesetzt, technische Nachbesserungen an den verbleibenden Shuttles wurden umgesetzt und kommerzielle Satelliten wurden letztlich wieder mit unbemannten Raketen ins All gebracht. Trotzdem wurde mit der „Endaevor“ ein Ersatz für die verunglückte „Challenger“ gebaut. Aufgrund der erfolgreichen Anfänge sollte das Spaceshuttle-Programm weitergehen.

    Audio-Material
    Datei:Challenger.mp3 Explosion des Raumtransporters "Challenger"

    Neuausrichtung des Shuttle-Programms

    Wartungsarbeiten eines Spaceshuttles am Hubble-Teleskop

    Nach der erfolgreichen Mondlandung von Apollo 11 wandte sich die NASA nun mit dem Skylab-Programm dem Ziel einer bemannten Raumstation zu, dies veränderte auch den Aufgabenbereich der Spaceshuttles. Spätestens mit Beginn des Aufbaus der Internationalen Raumstation ISS, dem Nachfolger des „Skylab“, wurden Forschungsaufgaben damit nicht mehr von den Spaceshuttles wahrgenommen, sondern auf der ISS durchgeführt. Die Shuttles dienen seitdem also hauptsächlich dem Transport von ISS-Modulen oder beispielsweise auch dem „Hubble“-Teleskop.

    2003 erfolgte allerdings erneut ein herber Rückschlag für das Spaceshuttle-Programm, als die „Columbia“ beim Wiedereintritt in die Atmosphäre explodierte. Offenbar hatten sich bereits beim Start Teile des Außentanks gelöst und beschädigten den Hitzeschild des Shuttles, der beim Eintritt in die Atmosphäre vor der ungeheuren Reibungshitze schützt. Damit existieren heute nur noch drei der insgesamt fünf gebauten Spaceshuttles.

    Das Ende der Spaceshuttle-Ära

    Die verbleibenden drei Spaceshuttles werden nun nach und nach in den wohl verdienten Ruhestand versetzt. Die „Discovery“ ist nach der Rückkehr von ihrer letzten Mission am 7. März 20011 bereits außer Dienst gestellt und wird auf ihre Rolle als Museumsstück vorbereitet. „Endaevor“ und „Atlantis“ gehen am 19. April bzw. am 28. Juni auf ihre vorerst letzte Reise. Damit wäre die Ära der Spaceshuttles nach 135 Missionen an ihrem Ende angelangt.

    Während George W. Bush 2004 das Nachfolge-Programm „Constellations“ aus der Taufe hob, um weiterhin bemannte Raumflüge durchführen zu können, stellte sein Nachfolger Barack Obama das Programm nach eingehender Prüfung wieder ein. Nach nur fünf Jahren war das Programm bereits deutlich hinter seinen angestrebten Zielen zurückgeblieben, dabei aber bereits weitaus teuerer geworden als geplant. Die Stilllegung der Spaceshuttles geht davon unberührt wie geplant weiter. Zumindest kurz- und mittelfristig sind die USA damit im Bereich der bemannten Raumfahrt auf andere Länder angewiesen.

    Hier geht es zurück zum ersten Teil: 50 Jahre bemannte Raumfahrt



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