Pygmäen

    Aus WISSEN-digital.de

    (von griechisch: pygmaios, "faustgroß")

    Zwergvolk im zentralafrikanischen Urwald. Obwohl die Pygmäen die Bantusprachen ihrer Nachbarn als Muttersprachen übernommen haben, zählen sie nicht zu den Bantuvölkern. In Afrika wird die Zahl der Pygmäen auf um die 150 000 geschätzt. Auch kleinwüchsige Völker auf den Philippinen und in Neuguinea werden Pygmäen genannt, obwohl sie genetisch nicht mit den afrikanischen Pygmäen verwandt sind. Die kleinsten Pygmäenvölker erreichen eine Durchschnittsgröße von nicht einmal 140 cm.

    Die Pygmäen sind traditionell Jäger und Sammler. Ihren Bedarf an Feldfrüchten, die ihnen der Urwald nicht in ausreichender Menge zur Verfügung stellt, tauschen sie bei ihren Nachbarn, großwüchsigen Bauern, gegen Fleisch ein. Die Bauern betrachten die Pygmäen als ihr Eigentum. Die Pygmäen verrichten für sie Hilfsdienste bei kriegerischen Konflikten, liefern Fleisch und helfen in der Landwirtschaft. Dafür erhalten sie einen Anteil an der Ernte. Man hat dieses Verhältnis mit dem Begriff der Symbiose benannt. Es bestehen strenge Heiratsschranken zwischen den Völkern, allerdings finden bei manchen Stämmen Heiraten zwischen Pygmäenfrauen und großwüchsigen Bauern statt.

    Pygmäen bilden taditionell Jagdgemeinschaften, die eine Größe von höchstens 60 Personen erreichen. Die schnell zu errichtenden Jagdlager (Kuppelhütten aus Ästen und Blättern) werden schon nach wenigen Wochen wieder verlegt. Gejagt wird mit Pfeil und Bogen sowie mit Netzen (Antilopen).

    Die traditionelle Lebensweise der Pygmäen ist durch den fortschreitenden Raubbau an der Natur, durch ihre Stellung als Minderheit und durch die Sogwirkung der Städte und Siedlungen immer stärker bedroht.



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