Plattentektonik

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auch: Großschollentektonik;

Dies ist die Theorie der Tektonik, nach der die Lithosphäre in eine Anzahl großer Platten aufgeteilt ist, die als starre Massen auf der flüssigen Asthenosphäre horizontale Bewegungen ausführen. Auslöser dieser Bewegungen sind vermutlich Wärmeströmungen in der Asthenosphäre. Diese Hypothese wurde 1970 von J.M. Bird und J.F. Dewey aufgestellt. Sie führten dazu geologische und geophysikalische Untersuchungen durch.

Die Theorie der Plattentektonik entwickelte sich aus der Theorie der Kontinentalverschiebung. Durch die Erkenntnisse aus Echolotvermessungen und Tiefbohrungen konnte sie in weiten Teilen bestätigt werden. Entgegen Wegeners Annahme bewegen sich jedoch nicht Sial-Schollen auf dem Sima, sondern sechs größere (die afrikanische, amerikanische, antarktische, eurasiatische, indo-australische und pazifische) und mehrere, dazwischen liegende kleinere Platten auf der Asthenosphäre. Sie können dabei voneinander weg driften (divergente Platten) oder mit ihren Nachbarplatten zusammenstoßen (konvergente Platten).

Zwischen divergenten Platten entstehen so genannte mittelozeanische Rücken: Magma steigt langsam empor, erkaltet an der Oberfläche der Platten zu neuer ozeanischer Kruste und drängt von der "Spalte" weg ("Sea Floor Spreading"). In der Umgebung dieser Dehnungsfugen ist eine starke untermeerische Seismik und Wärmestrahlung zu verzeichnen. Der bekannteste dieser Rücken ist der mittelatlantische (siehe Atlantischer Ozean), der von der Antarktis bis zur Arktis reicht und auf Island über die Meeresoberfläche hinausragt.

Im Falle konvergenter Platten können sich zwei benachbarte Platten übereinander schieben (führt zu Orogenese), ohne neue Krustenbildung aneinander vorbeigleiten (Transformströmungen), oder die schwerere von beiden biegt sich um und schiebt sich unter die andere. Bei diesem Subduktion genannten Vorgang werden die unterlagernden Teile zum Teil aufgeschmolzen oder mit der überlagernden Platte verschmolzen. Durch den dabei ausgelösten Vulkanismus und durch die Stauchung der überlagernden Sedimente entstehen Gebirge oder Inselbögen, wie z.B. die Philippinen oder Japan.


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