Neuerungen in der Gehalt- und Lohnbuchhaltung 2017

    Aus WISSEN-digital.de

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    Auch 2016 hat der Bundestag einige Neuerungen im Bereich Lohn und Gehalt sowohl diskutiert als auch verabschiedet, die nun ab dem 01.01.2017 in Kraft treten.

    Es ist wichtig, dass sich Arbeitgeber zeitnah und ausführlich über diese Änderungen informieren, damit es nicht zu einer fehlerhaften Buchhaltung führt.

    Anstieg des durchschnittlichen Zusatzbeitrages

    Die Beiträge zur Krankenversicherung setzen sich aus dem Arbeitgeberanteil, dem Arbeitnehmeranteil und dem einkommensabhängigen Zusatzbeitrag zusammen. Während der Anteil des Arbeitgebers bei 7,3% festgesetzt wurde, wird der durchschnittliche Zusatzbeitrag des Arbeitnehmers vom Bundesministerium für Gesundheit nun anhand der Ergebnisse des Schätzerkreises für das Folgejahr ausgewertet und berechnet. Eine Folge dessen könnte sein, dass die Krankenkassen ihren Beitrag ebenfalls erhöhen werden. Informationen zu den Zusatzbeiträgen findet man auf der Seite des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen (GKV), die dazu verpflichtet sind, jährlich eine aktuelle Auflistung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

    Einführung eines neuen Meldeverfahrens

    Dabei handelt es sich um ein elektronisches Lohnnachweisverfahren. Die Daten werden zwar weiterhin in Papierform an die gesetzliche Unfallversicherung übermittelt, jedoch wird nun zusätzlich eine elektronische Meldung verlangt. Im Moment wird das neue Verfahren getestet. Sofern es sich als sinnvoll und effizient erweist, wird spätestens 2018/19 die Papierform gänzlich abgeschafft.

    Erhöhung des Mindestlohns

    Seit einiger Zeit ist bereits bekannt, dass sich der Mindestlohn im kommenden Jahr erhöhen soll. Es ist daher keine große Neuigkeit, dass er am 01.01.2017 von 8,5 Euro auf 8,84 Euro ansteigt. Dies gilt nicht nur für festangestellte Mitarbeiter, sondern auch für Minijobber und Praktikanten (hier gelten allerdings andere Regelungen, die man in einer Broschüre des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales nachlesen kann).

    Anstieg der Beitragsbemessungsgrenze

    Die Beitragsbemessungsgrenze wird auch Einkommensobergrenze genannt und dient Arbeitgebern zur Berechnung der Beiträge in einzelnen Versicherungszweigen. Wessen Bruttomonatsgehalt nämlich über dieser Grenze liegt, bei dem ist ein Teil des Entgeltes nicht mehr beitragspflichtig. Bisher gab es eine einheitliche Beitragsbemessungsgrenze für die Kranken- und Pflegeversicherung (sie bleibt auch weiterhin einheitlich) und eine Grenze für die Renten- und Arbeitslosenversicherung, die sich aber in Ost und West unterscheidet. Folgende Änderungen werden umgesetzt:

    • Renten- und Arbeitslosenversicherung steigt in den alten Bundesländern von 74.400 auf 76.200 Euro jährlich und von 6.200 auf 6.350 monatlich und in den neuen Bundesländern von 64.800 auf 68.400 Euro jährlich und von 5.400 auf 5.700 Euro monatlich
    • Kranken- und Pflegeversicherung steigt einheitlich auf 52.000 Euro jährlich und 4.350 Euro monatlich

    Erhöhung der Lohnsteuergrenzen für die vierteljährliche Abgabe

    Bisher war es so, dass ein Arbeitgeber, der im vorherigen Jahr mehr als 1.080 und weniger als 4.000 Euro Lohnsteuer für seine Arbeitnehmer abführte, eine vierteljährliche Lohnsteueranmeldung übermitteln musste. Die Obergrenze wird nun auf 5.000 Euro angehoben.

    Erhöhung der Jahresarbeitsentgeltsgrenze

    Diese war und ist wichtig, weil man mit ihr die Versicherungspflicht der Beschäftigten überprüfen kann. Es gibt eine allgemeine Jahresarbeitsentgeltsgrenze, die für alle gesetzlich Krankenversicherten gilt und eine besondere Grenze, die diejenigen Mitarbeiter einschließt, die am Stichtag 31.12.2022 wegen der Überschreitung dieses Betrages privat versichert waren.

    Während diese Obergrenze 2016 bei den gesetzlich Versicherten noch bei 56.250 Euro jährlich lag, steigt diese im kommenden Jahr auf 57.600 Euro. Bei den privat Versicherten wird sie von 50.850 Euro jährlich auf 52.200 erhöht.

    Förderbetrag für die betriebliche Altersvorsorge

    Zwar wird die Gehaltsgrenze der Arbeitnehmer noch diskutiert, doch Arbeitgeber sollen bei einem eingezahlten Betrag von 200 bis 500 Euro über das Lohnsteuerabzugsverfahren 30% wieder erstattet bekommen.

    Anstieg der Sachbezugswerte für Verpflegung

    Die Sachbezugswerte für Unterkünfte werden auch im folgenden Jahr gleich bleiben, während die Werte für Frühstück, Mittagessen und Abendbrot voraussichtlich auf 241 Euro monatlich ansteigen.

    • Frühstück: mtl. 51 Euro / tgl. 1,7 Euro
    • Mittag: mtl. 95 Euro / tgl. 3,17 Euro
    • Abendbrot: mtl. 95 Euro / tgl. 3,17 Euro

    Mit der richtigen Buchhaltungssoftware den Überblick behalten

    Durch eine vernünftige Software ist die Lohnabrechnung auch bei dieser Flut an Neuerungen kein Problem. Ein Programm mit entsprechenden Modulen, Vorlagen und Updates fügt alle Änderungen automatisch ein. Softwarelösungen wie die von Marktführer Lexware machen Gehalts- und Lohnabrechnungen zu einem Kinderspiel.

    Denn gerade die Erhöhung verschiedener Obergrenzen und die Änderungen im Bereich Sozialversicherungen müssen beachtet werden, da es sonst zu hohen Nachzahlungen kommen kann. Es ist also besser, in ein vernünftiges Programm zu investieren, welches dabei hilft den Überblick zu bewahren, als Strafen auf sich zu nehmen.

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