Muamar al- Gaddafi

    Aus WISSEN-digital.de

    libyscher Politiker; * 19. Juni 1942 in Sirte, † 20. Oktober 2011 bei Sirte

    auch: Muhammar al-Gaddhafi, M. al-Khadhafi, M. Al Gaddafi;

    Mitglied der Bewegung der "Freien Offiziere", die 1969 König Idris stürzte und die Republik ausrief, Präsident des Revolutionsrates und Oberbefehlshaber der Armee; hat seit 1979 keine offiziellen Regierungsämter mehr inne, ist jedoch weiterhin der "Führer der Revolution" und hat maßgeblichen Einfluss auf die libysche Politik.

    Als Verfechter radikaler sozialer und kultureller Reformen, die Libyen auf der Grundlage des Islam umgestalten sollen, vertritt er eineunversöhnliche Haltung gegenüber Israel und entwickelte im so genannten Grünen Buch eine Theorie, die sich von Kapitalismus und Kommunismus absetzt, eine arabische Kulturrevolution bejaht und die Probleme der Dritten Welt lösen will. Im Nahostkonflikt ist er einer der entschiedensten Gegner Israels und wird mit zahlreichen Terroranschlägen in Verbindung gebracht.

    Im Zuge des Arabischen Frühlings gab es seit Februar/März 2011 auch an der Herrschaft Gaddafis in Libyen Kritik in Form offener Proteste, die bald in gewalttätigen Auseinandersetzungen eskalierten. Gaddafi befand sich im Bürgerkrieg mit der Opposition. Ab dem 17. März 2011 griff der Westen auf Grundlage der Resolution 1973 des UN-Sicherheitsrates zum Schutz der Zivilbevölkerung militärisch in den Konflikt ein. Der Sturz Gaddafis war nicht offizielles Ziel der Intervention.

    Nachdem er einige Wochen auf der Flucht war, wurde er am 20. Oktober 2011 von Rebellen gefangen genommen. Wenige Stunden später geriet er angeblich in ein Gefecht zwischen seinen Anhängern und Rebellen, bei dem ihn ein tödlicher Kopfschuss traf. Es gibt jedoch Zweifel an der Darstellung der Todesumstände.



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