Mittelamerika

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Zusammenfassende Bezeichnung für die zentralamerikanische Festlandbrücke zwischen Nord- und Südamerika und die Karibischen oder Westindischen Inseln

Die zentralamerikanische Kontinentalmasse umfasst die Staaten Belize, Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras, Nicaragua und Panama und wird im Norden durch den Golf von Mexiko, im Südwesten vom Pazifik, im Nordwesten durch die Landenge von Tehuantepec und im Südosten von der panamesisch-kolumbianischen Grenze begrenzt. Weiterhin kann die westindische Inselwelt zu Mittelamerika gezählt werden. Die Westindischen Inseln liegen zwischen dem Golf von Mexiko, dem Karibischen Meer und dem Atlantischen Ozean; bestehend aus den Großen und Kleinen Antillen, den Bahamas sowie Trinidad und Tobago (zusammen 240 000 km²; siehe Länder Amerikas).

Geologisch und geographisch gesehen kann Mittelamerika zu Nordamerika gezählt werden; da auf der zentralamerikanischen Festlandbrücke (mit Ausnahme Belizes) Spanisch gesprochen wird, wird Mittelamerika kulturell oftmals als zu Südamerika gehörig gesehen. Oft wird auch Mexiko kulturell zu Mittelamerika gerechnet. - Auf den Westindischen Inseln wird auf Grund der wechselvollen Kolonialgeschichte englisch, französisch, niederländisch und spanisch gesprochen. Daneben existieren verschiedene Kreolsprachen.

Der größte Teil der zentralamerikanischen Landbrücke sowie der karibischen Inseln ist gebirgig (z.T. vulkanisch). Es gibt drei klimatische Höhenstufen: Tierra caliente (heißes Land, bis etwa 600 m), Tierra templada (mäßig warmes Land, bis 1800 m) und Tierra fria (kaltes Land). Die ursprüngliche Bevölkerung des mittelamerikanischen Festlands ist in Resten erhalten, während die ursprüngliche Bevölkerung der Inseln nahezu vollständig ausgerottet wurde. Auf dem mittelamerikanischen Festland leben überwiegend Mischlinge, daneben Schwarze und Europäer, auf den Inseln dominieren die Nachkommen afrikanischer Sklaven. Die Zusammensetzung der Bevölkerung variiert zum Teil stark. Wichtigste Anbau- und Ausfuhrerzeugnisse sind Kaffee, Kokosnüsse und Bananen.

Geschichte

1492 landete Christopher Kolumbus auf der Bahamainsel Guahaini, die irrtümlich als westlicher Ausläufer Indiens angesehen wurde (daher der Name Westindien). Die Westindischen Inseln gerieten rasch in den Besitz der verschiedenen Kolonialmächte (Spanien, England, Portugal, Frankreich, Holland), das mittelamerikanische Festland unter spanische Herrschaft. Das Festland wurde 1823 als "Vereinigte Staaten von Zentralamerika" unabhängig von Spanien, fiel allerdings 1839 nach heftigen inneren Wirren auseinander. Die meisten der Westindischen Inseln erreichten ihre Unabhängigkeit erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.


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