Kohle

    Aus WISSEN-digital.de

    Blick auf eine Kohlenmine, Kanada

    Der klassische Rohstoff und Energieträger ist ein kompliziertes Gemisch kohlenstoffreicher Verbindungen, die neben Wasserstoff oft auch Sauerstoff enthalten. Braunkohle entsteht (über Torf) durch Zersetzung organischer Stoffe unter Luftabschluss und hohem Druck, bei der neben Salzen vor allem Kohlenstoff zurückbleibt. Die Braunkohle wandelt sich dann unter Druck in langen Zeiten in Steinkohle und Anthrazit um. Der Kohlenstoffgehalt nimmt zu in der Umwandlungsreihe Torf, Braunkohle, Steinkohle, Anthrazit.

    Bei der trockenen Destillation der Steinkohle (Erhitzen unter Luftabschluss auf 1 000-1 300 °C) entsteht neben Koks und Leuchtgas (Stadtgas) Steinkohlenteer, die Hauptquelle für die aromatischen Verbindungen. Bei der Verschwelung der Braunkohle (trockene Destillation bei 500 °C) erhält man einen Schwelteer, der ähnlich wie das Rohöl zusammengesetzt ist.

    Geschichte

    Erster Nachweis der Verwendung als natürlicher Brennstoff und Farbrohstoff im Jungpaläolithikum, in vorgeschichtlicher Zeit in England zu Schmuckzwecken (Jett) benutzt. Der Heizwert war auch in der Antike bekannt, doch es fand kein systematischer Abbau statt (da auch in den Mittelmeerländern damals noch genügend Holz vorhanden war). Im Mittelalter wurde zu gewerblichen Zwecken überwiegend in Meilern gewonnene Holzkohle verwendet (auch zur Verhüttung von Erzen; Hauptkraftquellen waren im übrigen Wasser und Wind). Abbau von Steinkohle zu Heiz- und Gewerbezwecken wohl zuerst in China, in Europa zuerst in England Mitte 15. Jahrhundert, im Ruhrgebiet seit etwa 1600.

    Der Abbau tiefliegender Flöze wurde erst durch die Erfindung der Dampfmaschine (zum Antrieb der Pumpen) ermöglicht, die ihrerseits den Bedarf an Gewerbekohle sprunghaft steigerte: "Industrielle Revolution". Es folgte das Entstehen der "schwarzen Reviere" und, in Verbindung mit dem Eisen, der Schwerindustriezentren. Der Reichtum an Kohlevorräten (in geeigneter Abbaulage) ist einer der maßgeblichsten Faktoren für die Rangordnung der Industriemächte. England wurde als führender Kohleproduzent 1895 von den USA überflügelt, bis zum Ersten Weltkrieg auch von Deutschland (einschließlich der Braunkohlenförderung). Seit dem Ersten Weltkrieg fand nur eine unwesentliche Erhöhung der Förderung statt. Das Monopol der Kohle als Kraftquelle wurde gebrochen durch Erdöl, Naturgas, Wasserkraftstrom, sowie die Atomenergie.

    Hauptförderländer sind heute: USA, Russland, China, Großbritannien, Polen, Deutschland (v.a. Braunkohle).



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