Kautschuk
Aus WISSEN-digital.de
(indianisch)
aus dem Milchsaft der tropischen Kautschukbäume, die zur Familie der Wolfsmilchgewächse gehören, gewonnener Naturstoff.
Der Milchsaft (Latex) wird den Bäumen durch Einschneiden von Rillen entzogen und zum Gerinnen gebracht. Der Latex wird mit Ameisen- oder Essigsäure koaguliert. Dann wird er auf Walzwerken zu Sheets aufgearbeitet. Durch Rauch oder Schwefel entsteht der Rohkautschuk, der vulkanisiert wird, d.h. er wird mit Schwefel unter Erhitzen zu einer chemischen Reaktion gebracht. Je nach Schwefelzusatz entsteht elastisches, unlösliches Weich- oder Hartgummi.
Kautschuk ist ein Polymer, das aus Isopreneinheiten (C5H8) aufgebaut ist. Kautschuk ist somit ein ungesättigterKohlenwasserstoff. Der ursprünglich elastische Kautschuk wird bei längerer Lagerung hart und spröde, da sich die linearen Makromoleküle vernetzen. Weiterhin ist Naturkautschuk durch seine Zugfestigkeit und Kälteflexibilität gekennzeichnet.
Künstlich hergestellte elastische und hochmolekulare Kunststoffe (Elastomere), die ähnliche Eigenschaften wie der natürliche Kautschuk aufweisen, bezeichnet man als Synthesekautschuk oder auch als Kunstkautschuk. Er entsteht durch Polymerisation und unterscheidet sich von Naturkautschuk v.a. durch seine größere Beständigkeit gegenüber Chemikalien. Er ist temperaturbeständiger und widerstandsfähiger. Ausgangsstoffe des künstlichen Kautschuks sind Kohle und Kalk; sie werden im elektrischen Ofen zu Kalziumkarbid verbunden und in Acetylen und Butadien übergeführt. Danach findet eine Polymerisation statt.
Geschichte
Wirtschaftlich von Bedeutung nach der Erfindung des wasserdichten Stoffes durch Macintosh (1823), des Vulkanisierverfahrens durch Goodyear (1839) und besonders infolge des Aufschwungs der Elektro- und der Autoindustrie (Luftreifen von Dunlop 1890); zunächst nur Gewinnung von Wildkautschuk im Amazonasgebiet (Raubbau, brasilianisches Monopol), bis es den Engländern gelang, entgegen dem Ausfuhrverbot einige Kautschukpflanzen nach Malaya zu bringen (1876); Vorherrschaft des Pflanzungskautschuk gefährdet durch die Massenproduktion synthetischen Kautschuks ("Buna", seit den 1920er Jahren in Deutschland entwickelt. 1930 unter diesem Namen bekannt).
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