Jesus Christus
Aus WISSEN-digital.de
Begründer des christlichen Glaubens; * etwa 7 v.Chr. Bethlehem, † um 30 n.Chr. Jerusalem
Auskunft über sein Wirken erteilen die Evangelien (Bibel). Nach christlicher Lehre war er der im Alten Testament von den Propheten verheißene und zu seiner Zeit bald erwartete Messias. Er verkündete die Gotteskindschaft aller Menschen. Sein erstes Auftreten fand um 26/27 statt. Vor allem in Galiläa war er öffentlich wirksam. Als Wanderprediger lehrte er außerdem in der Umgebung der phönikischen Städte Tyrus und Sidon am Mittelmeer, in Cäsarea, Philippi, am Hermon, an der Straße von Damaskus zum Meer und in Jerusalem.
Er verkündete seine Lehre in volksnahem Predigtstil, bilderreich, in Gleichnissen und Allegorien aus der Lebensumwelt, in klar und bindend ausgesprochenen Geboten ("Bergpredigt") und in entschiedener Ablehnung des Pharisäertums. In Voraussicht seines irdischen Untergangs brach er nach Jerusalem auf und hielt feierlichen Einzug in die Stadt. Jesus bezeichnete sich als Gesandten Gottes und als Gottes Sohn. Er wollte das Reich Gottes bringen. Darum forderte sein Wort Entscheidung und Glauben. Sein Anspruch brachte ihn in Konflikt mit der jüdischen Obrigkeit und führte, nachdem er von Judas an sie verraten wurde, zu seiner Verhaftung unter der Anklage, den Tempel zerstören zu wollen und der Selbstbezeichnung als Messias und Sohn Gottes. Er wurde vom Hohen Rat in der Amtszeit des Hohenpriesters Kaiphas wegen Gotteslästerung zum Steinigungstod verurteilt. Im Auftrag des Landpflegers (Prokurators) Pontius Pilatus von Herodes Antipas wurde er verhört, durch den Spruch des Pontius Pilatus als Aufwiegler ausgepeitscht und als Schwerverbrecher nach römischem Strafvollzug dem qualvollen Kreuzestod überantwortet.
Es folgte die Beisetzung im Felsengrab, nach dem Zeugnis der Evangelisten die Auferstehung nach drei Tagen, und nach erneutem Sendungsauftrag an die Apostel die Himmelfahrt. In wenigen Jahrzehnten verbreitete sich seine Lehre von Palästina aus ins Transjordanland, nach Syrien, Griechenland, Ägypten, Italien, Spanien, Nordafrika, Mesopotamien, Armenien, Persien, ins Partherreich, in die Balkanländer, nach Gallien und Germanien.
Wichtigste Quellen aus der Zeit vor 100 und im 2. Jh. über Leben, Persönlichkeit und Lehre finden sich in den Evangelien, der Apostelgeschichte, den Apostelbriefen, bei Flavius Josephus, Tacitus, Sueton, Plinius dem Jüngeren, Klemens von Rom, Ignatius von Antiochien, Polykarp von Smyrna, im Barnabasbrief, der Didache ("Lehre der Zwölf Apostel"), der Bußschrift "Pastor Hermae", bei Papias von Hierapolis und Justinus dem Märtyrer aus Samaria.
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