Insekten

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    (Insecta, Hexapoda); auch: Kerbtiere;

    Die vielgestaltige Klasse der Insekten ist mit über 800 000 bekannten Arten die größte im gesamten Tierreich. Insektenforscher gehen allerdings davon aus, dass es ebenso viele unbekannte Arten gibt.

    Insekten sind über die gesamte Welt verbreitet und besiedeln nahezu alle Lebensräume. Einige Arten halten sich bevorzugt im Wasser auf, während andere lediglich an Land Überlebenschancen haben; die tropischen Wälder beherbergen die meisten Insektenarten, man kann sie allerdings auch in polaren Gebieten finden.

    In ihrem Aussehen und der Lebensweise unterscheiden sich die einzelnen Arten sehr stark voneinander, ihr Körper jedoch ist bis in seine Einzelheiten bei allen Arten sehr ähnlich aufgebaut und lässt sich in drei Abschnitte gliedern: Kopf, Brust (Thorax) und Hinterleib (Abdomen). Der Kopf besteht aus drei Paaren von Mundwerkzeugen, einem Paar Fühlern (auch Antennen) und einem Paar Komplex- oder Fassettenaugen, die häufig durch dazwischen liegende Punktaugen ergänzt werden. Alle Insekten haben im Brustbereich jeweils drei Beinpaare und meist zwei Flügelpaare, die aus geäderten, seitlichen Hautausstülpungen bestehen. Am Hinterleib befinden sich die Geschlechtsorgane der Insekten. Der gesamte Körper ist in ursprünglich 20 Segmente unterteilt, die den Insekten den Beinamen "Kerbtiere" eingebracht haben. Größe, Gestalt und Färbung variieren je nach Art und Lebensraum stark.

    Eine weitere Gemeinsamkeit aller Kerbtiere ist ihr Außenskelett, das durch die Verhärtung von Eiweiß entsteht und auch als Exoskelett bezeichnet wird.

    Die Atmung der Insekten findet durch so genannte Stigmen statt, die sich am Hinterleib befinden. Durch diese Stigmen wird der Sauerstoff aus der Luft in ein Tracheensystem geleitet, das den Blutkreislauf versorgt. Während in der Forschung lange die Ansicht herrschte, diese Tracheenatmung geschehe passiv durch Diffusion, deuten neuere Untersuchungen darauf hin, dass bestimmte Arten von Käfern, Grillen und Ameisen ihre Tracheen in regelmäßigen Abständen - ähnlich wie bei der Lungenatmung der Wirbeltiere - zusammenziehen, um den Gasaustausch zu beschleunigen. Herz- und Gefäßsystem der Insekten sind von einfachem Aufbau. Das Gehirn befindet sich direkt oberhalb der Speiseröhre und kann durch so genannte Ganglien oder Nervenknoten Reize von Augen und Antennen empfangen, es wird wegen seines Aufbaus im Allgemeinen als "Strickleiternervensystem" bezeichnet.

    Die Fortpflanzung von Insekten verläuft je nach Art unterschiedlich: Staaten bildende Insekten wie z.B. Bienen oder Ameisen überlassen es einem Weibchen, der so genannten Königin, die Eier zu legen, die dann von mehreren äußerst kurzlebigen Männchen befruchtet werden. Bei einigen Arten ist Jungfernzeugung (Parthenogenese) die Regel; hierbei entwickeln sich die Insekten aus unbefruchteten Eiern. Auch Paedogenese, also Eiablage durch Insekten in einem unausgereiften Entwicklungsstadium, ist nicht selten; andere Insektenarten wiederum sind lebend gebärend.

    Eine Besonderheit der Insekten ist die Tatsache, dass sie mehrere Entwicklungsstadien durchleben; im Allgemeinen unterscheidet man zwei Arten der Metamorphose:

    die vollständige Verwandlung (auch Holometabolie), bei der eine Entwicklung von der aus dem Ei geschlüpften Larve (auch Raupe) zu einer Puppe und schließlich zum erwachsenen Tier (Imago) stattfindet; die Puppe spinnt sich meist in einen Kokon, und aus ihr entsteht so schließlich die Imago. Larve und erwachsenes Insekt unterscheiden sich hierbei deutlich (z.B. Raupe und fertiger Schmetterling).

    Die zweite Art der Metamorphose bezeichnet man als unvollständige Verwandlung (auch Hemimetabolie): Bei dieser ist das Insekt beim Schlüpfen bereits weit entwickelt (man bezeichnet das Tier in diesem Stadium als Nymphe) und verwandelt sich ohne Verpuppung langsam zur Imago; Nymphe und Imago unterscheiden sich für das menschliche Auge weniger als bei der Holometabolie, dennoch spricht man auch bei dieser Veränderung von einer Verwandlung.

    In ihren Nahrungsgewohnheiten sind die Insekten jeweils gut an ihre Lebensräume angepasst; ihre Mundwerkzeuge sind teils zum Saugen, teils zum Graben u.Ä. umfunktioniert.

    Systematik

    Klasse des Stammes der Gliederfüßer mit zwei Unterklassen:

    den ungeflügelten Ur-Insekten (Apterygota) mit den vier Ordnungen:

    Beintastler (Protura)Borstenschwänze (Thysanura)Doppelschwänze (Diplura)Springschwänze (Collembola)den Fluginsekten oder Höheren Insekten mit den vielen Ordnungen:

    Echte Netzflügler (Planipennia) Eintagsfliegen (Ephemeroptera) Fächerflügler (Strepsiptera) Fangschrecken (Mantoptera)Fersenspinner (Embioptera) Flöhe (Siphonaptera)Fransenflügler (Thysanoptera) Gespenstschrecken (Phasmida) Hautflügler (Hymenoptera) Heuschrecken (Saltatoria) Käfer (Coleoptera)Kamelhalsfliegen (Raphidioptera) Köcherfliegen (Trichoptera) Libellen (Odonata) MantophasmatodeaOhrwürmer (Dermaptera) Pflanzensauger (Homoptera) Schaben (Blattoptera) Schlammfliegen (Megaloptera) Schmetterlinge (Lepidoptera)Schnabelfliegen (Mecoptera)Staubläuse (Psocoptera)Stein- und Uferfliegen (Plecoptera) Termiten (Isoptera) Tierläuse (Phtiraptera) Wanzen (Heteroptera) Zweiflügler (Diptera)



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