Indien (Kunst)

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    Indische Künstler stellten sich größtenteils in den Dienst einer religiösen Kunst. Bauwerke und Kultstätten mit Götterbildern für die hinduistischen, buddhistischen und dschainistischen Religionen zählen zu den bedeutendsten Hervorbringungen indischer Kunst.

    Mehrere Perioden werden unterteilt.

    Harappakultur

    Angesiedelt im 4. bis 2. Jahrtausend v.Chr. in den Tälern des Indus sowie seiner Zuflüsse in Pakistan und Indien, aber auch in den Küstenabschnitten an der Indus-Mündung. Benannt nach einem wichtigen Fundort von Ruinenhügeln. Vorläufer der späteren hinduistischen Kunst lassen sich in dem Bau eines kulturellen Badeplatzes in Mohendscho Daro, in weiblichen Bronzefiguren, männlichen Specksteinbüsten und Fruchtbarkeitssymbolen erkennen.

    Siehe auch Induskultur.

    frühe historische Reiche

    In Felswänden und Steinsäulen gemeißelte religiöse Edikte markieren das erste geschichtliche indische Großreich im 3. Jh. v.Chr. In den folgenden zwei Jahrhunderten entwickelte sich eine von asiatischen und mittelmeerländischen Einflüssen geprägte Kunst in Baktrien und Indien. Bis ins 3. Jh. n.Chr. wurden Kunstgegenstände aus den Ostprovinzen Roms nach Asien transportiert, wodurch die Entstehung der Kunst in Gandhara (Nordpakistan) gefördert wurde. Angehörige der Kuschana-Dynastie stifteten dort Kultstätten (Stupas) zum Gedenken an Buddha und gaben zugleich Götterbilder des Hinduismus und Dschainismus in Auftrag, die aus der einheimischen Bildkunst entwickelt werden sollten.

    Guptakunst

    Bau- und Bildkunst sowie die gesamte indische Kultur hatten etwa 325 n.Chr. bis ins 7. Jh. eine Blütezeit während der Herrschaft der hinduistischen Gupta. Das kulturelle Zentrum markieren Tempel, deren Türen den stufenartigen Bau des Kosmos und den mythischen Weltberg Meru symbolisieren. Neben den Tempelbauten wurden im 5.-7. Jh. auch nach altbuddhistischer Tradition Kulthöhlen für hinduistische Götter geschaffen (Elephanta, Ellora).

    frühes und hohes Mittelalter

    Bedeutende Hindutempel wurden vor der islamischen Eroberung zwischen 700 und 1300 n.Chr. gebaut. Noch heute erhaltene Wallfahrtsorte entstanden im Norden unter anderem in Konarak und Khajuraho, im Süden in Chidambaram und Thanjavur.

    Frühislamische Epoche: Erste islamische Moscheen entstanden Ende des 12. Jh. in Delhi aus hinduistischen und dschainistischen Heiligtümern. Die Muslime erbauten als Minarett für den kulturellen Bezirk am Kuwwat Al Islam den mehrgeschossigen Kutub Minar auf zackensternigem Grundriss. Durch die Übernahme vorderorientalischer Bautechniken kam es z.T. zu einer Synthese von iranischer Raumwirkung und indischer Schmuckkunst. Indo-islamische Sonderformen waren die Moscheen und Gräber in Gulbarga und Bidar sowie die Paläste von Mandu.

    Mogulreich

    Architektur und Miniaturmalerei erhielten im 16. Jh. unter den ersten beiden Mogul-Herrschern Babur und Humajun Anstöße aus Asien und Persien. Indische Tradition und islamische Formenwelt suchten in allen Bereichen der Kunst den Austausch (persisch-indischer Mischstil bei Illustrationen von Geschichtsbüchern). Als schmuckreichstes Beispiel der Marmorbaukunst gilt das Tadsch Mahal von Agra (1630 bis 48).

    Kunst des Wischnuismus: nordindische Miniaturisten schufen zwischen dem 16. und 19. Jh. religiöse Bilder besonders des Wischnuismus. Dabei wurden uralte indische Symbole erotischer Kunst wieder aufgegriffen. Die Architektur war geprägt von hinduistischen und islamischen Einflüssen, besonders in Südindien.

    Ende 18. Jh. bis 20. Jh.

    Nach 200 Jahren unter dem Einfluss kolonialistisch ausgerichteter Architektur entstanden Mitte des 20. Jh. die ersten funktionalistischen Bauwerke von Le Corbusier und L.I. Kahn in Chandigarh, Ahmedabad und Bangalore. Bildhauer und Maler (J. Roy in Kalkutta, G. Keyt in Colombo u.a.) nahmen Anregungen von H. Moore und P. Picasso auf und integrierten sie in traditionelle indische Kunstformen.



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